Geschmackspolizei: Der Sounddreck zum Horst Kultur | 09.11.2018 | R. D. Welteroth

Horst ist ein männlicher Vorname, dessen Klang man bei Aussprache als ein kurzes, aber heftiges Übergeben memoriert – Hooaarst.

Ein Horst sagt so Dinge wie „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.“ Oder: „Die Migration ist die Mutter aller Probleme.“ Der Vater ist aber selbstredend immer ein oder auch der Horst himself, also er selbst.

Es gibt neben dem Horst auch noch den Vollhorst, also wiederum auch der Horst selbst in der Vollversion. Den Adler Horst kennt man aus der Ornithologie respektive dem Bundestag, in Mönchengladbach gab es einige Zeit sogar ein Musikfestival namens Horst – wider Erwarten sogar mit ganz guter Musik.

Ein Essener Stadtteil heißt ebenfalls Horst. Wer da wohnt? Vermutlich die Horsts oder gar Vollhorsts dieser Republik.

Das Horst (-Wessel) Lied sucht man glücklicherweise in den Charts vergeblich, wir tun unser Möglichstes, damit dies auch so bleibt.

Aus der Geologie, um den Bogen vollständig zu überspannen, kennt man eine Verwerfungsstruktur namens Horst, aber verwerfen Sie diese Information getrost wieder.

Horst ist ein Vorname wie fast jeder andere auch, der dazu verwendete Nachname ist der Ton, der die Musik im Zweifelsfall schlecht macht.

Für alle Halbhorsts mit Grüßen von der Freiburger Geschmackspolizei,
Polizeiobermeister R. D. Welteroth