„Schöne Seiten des Lebens“: Die erste Freiburger Buchmesse erhält gerade noch den letzten Schliff Kultur | 30.04.2024 | Erika Weisser

Astrid Ogbeiwi, Anne Grießer und Pauline Faßbender vom Koordinationsteam

Wie exklusiv im chilli (Oktober) zu lesen war, gibt es vom 3. bis 5. Mai bei den Kreativpionieren im  „Schopf 2“ die erste Freiburger Buchmesse, bei der die hier entstandenen „schönen Seiten des Lebens“ präsentiert werden – von Verlagen, Autoren und Literaturvermittlern.

FreiBUCH ist die Veranstaltung benannt, die „weit über eine Verkaufsmesse hinausgeht“, wie Astrid Ogbeiwi sagt. Die Literaturübersetzerin, die seit vielen Jahren die Herdermer Sommerlesungen organisiert, betont den besonders wichtigen gemeinsamkeitsstiftenden Charakter dieses neuen und „längst überfälligen“ Formats: Hier entstehe „ein Treffpunkt für die ganze Freiburger Buchbranche“; hier kommen renommierte, überregional wirkende Verlage mit Nischen- und Wohnzimmer­editoren zusammen, hier begegnen sich Szenenneulinge und erfahrene Autoren, die sich längst einen Namen gemacht haben.

„Und hier können ganz neue Möglichkeiten für Kontakte und Austausch entstehen, auch zwischen den Schreibenden und den Lesenden ihrer Bücher“, freut sich Ogbeiwi, die zum 22-köpfigen Koordinationsteam gehört, das FreiBUCH seit etwa einem Jahr in ehrenamtlicher Arbeit vorbereitet. In dieses Team hat sie der Journalist und Autor Arne Bicker eingeladen, dem „das Projekt Buchmesse seit geraumer Zeit im Kopf herumging“ und für dessen Realisierung beim jungen Kunst- und Kulturverein „Kreativpioniere“ begeisterte und tatkräftige Zustimmung fand.

Karikatur zur Buchmesse Freiburg von Klaus Karlitzky

„Die haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht“, lobt Krimi-Autorin Anne Grießer, die auch einschlägige Erfahrung ins Team mit einbringt: Sie hat den Freiburger Krimipreis ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre vergeben wird und dessen Umsetzung „einiges Organisationstalent“ erfordere. Obwohl sie schon lange in der Buchbranche unterwegs ist, habe sie sich nie gefragt, warum es in Freiburg keine eigene Buchmesse gebe.

Erst im Zuge der Vorbereitungen für die FreiBUCH sei ihr „aufgefallen, dass so etwas schon die ganze Zeit gefehlt hat“: Ein Forum, das vermittle, dass Literatur „nicht unbedingt nur etwas Vergeistigtes ist“, sondern auch sehr lebendig und niederschwellig sein könne. Ein Forum auch, das jungen Autoren, die es bei den kommerziellen Messen oft sehr schwer haben, eine Bühne bietet.

Zu diesen gehört Pauline Faßbender, deren erstes Werk bei der Buchmesse seine Premiere hat: eine Anthologie mit dem Titel „Liebes Patriarchat“, für die sie 18 Autor·innen gewann. Auch sie ist begeistert von der Idee der Buchmesse – und erstaunt, „wie zügig und gut die Arbeitsgruppen vorangekommen sind“, die für die verschiedenen Programmbereiche in den Räumen, auf der Bühne, in den Workshops und auch im Kinderzelt im Freien zuständig sind. Alles sei bestens gerichtet – im Moment gehe es nur noch um „den letzten Schliff“.

Bei den drei Mit-Organisatorinnen „hält sich die Sorge, dass zu we­nig ­Besucher kommen, sehr in Grenzen“. Angesichts des „tollen Pro­gramms“ und großen Interesses, auf das FreiBUCH von Anfang an bei den professionellen Teilnehmern stieß, gehen sie eher davon aus, dass die nicht besonders großen Räume in der „Schopf 2“ an die Grenzen ihrer Aufnahmekapazität kommen: Mehr als 300 Gäste gleichzeitig sollten sich nicht in den Messehallen aufhalten.

Foto: © ewei; Karikatur: © Klaus Karlitzky