Buch-Tipp: Gern gesehene Gäste – Unerwartete Freundschaft 4Literatur & Kolumnen | 25.04.2026 | Erika Weisser
Matteo ist meistens allein. Als er ein Kind war, hat er – und vor allem seine allein erziehende Mutter – darunter gelitten, dass er nicht wirklich dazugehörte. Inzwischen ist das Für-sich-Sein jedoch seine bevorzugte Daseinsform. Am liebsten verbringt er seine freie Zeit lesend auf einem Hochsitz im Wald.
Bücher hat er genug: Seine Mutter betreibt einen Buchladen, in dem er mitarbeitet, seit er von seinen Berufs-Wanderjahren zurückkehrte. Diese hatten ihn im Anschluss an seine Zimmermannslehre durch ganz Europa geführt, mit zeitlich begrenzten Kontakten zu Kollegen, die wie er als wortkarge Einzelgänger unterwegs waren.
Nur mit einem, William, hat Matteo noch zu tun; hin und wieder übernehmen sie Renovierungsarbeiten in alten Häusern. Bei einem solchen Auftrag im elsässischen Altkirch lernt er das Schriftstellerehepaar Eric und Keira kennen – und erfährt zum ersten Mal, wie selbstverständlich Freundschaft sein kann.
Im Laden seiner Mutter organisiert er eine Lesung mit dem sehr erfolgreichen Eric, im Anschluss begleitet er ihn auf einer großen Lesereise, bei der er schließlich hinter ein gut gehütetes Geheimnis der beiden kommt.
Der Roman des in Staufen lebenden Autors Thommie Bayer liest sich leicht – und regt zum Nachdenken an.

Gern gesehene Gäste
von Thommie Bayer
Verlag: Piper, 2026
208 Seiten, Hardcover
Preis: 24 Euro









