Grüezi: Blick aus der Schweiz Land & Leute | 26.04.2026 | Beat Eglin

Alpen Berge Wise und Kuh.

Beat Eglin lebt in Muttenz bei Basel. Fürs Lust auf REGIO-Magazin schaut er sich regelmäßig im Dreiländereck um. Um Nachwuchsmangel bei Hausärzten geht es in dieser Ausgabe.

Beat Eglin

Bei gesundheitlichen Fragen und Problemen sind die Hausärzte meistens unsere erste Ansprechperson. Da bei den Medizinstudenten der Beruf eines Spezialisten attraktiver erscheint und die Bürokratie immer mehr zunimmt, besteht schon seit vielen Jahren ein Mangel an Hausärzten. Die noch aktiven Familienärzte werden älter und die Zahl der Pensionierungen übersteigt ohne Gegenmassnahmen die Zahl des Nachwuchses immer mehr.

Professor Andreas Zeller, Leiter des Universitären Zentrums für Hausarztmedizin beider Basel, lobte  an einem Podium das Hausarztmodell als bunt und sehr vielseitig. Man begleitet seine Patienten in diesem Beruf fast „von der Wiege bis zur Bahre“. Nach einem sechsjährigen Studium folgen weitere fünf Jahre bis zum Facharzt. Jetzt ist es möglich, eine eigene Praxis zu eröffnen. Neben der täglichen Arbeit gehört eine lebenslange Weiterbildung zu diesem anspruchsvollen Beruf. Ohne Gegenmassnahmen könnte sich die Anzahl der Hausärzte in den nächsten 25 Jahren halbieren. Untersuchungen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Haus­ärzte mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Als Haupttreiber für Stress wird die überbordende Bürokratie angegeben. Als Lösung wird eine Erweiterung der Praxisassistenz diskutiert, ein sechsmonatiges Weiterbildungsmodell für junge Mediziner. Gefordert werden mehr solche Stellen, gezielte Rotation in Spitälern und ein Abbau der Bürokratie. Die Assistenten sind wichtig für die Hausärzte, denn sie kommen aus den Spitälern und haben Beziehungen dorthin.

Es gibt aber auch Stimmen aus der Ärzteschaft, die das Gejammer stört, da auch andere Branchen unter der Bürokratie leiden. Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, damit dieser lässige, interessante und coole Beruf junge Ärzte anzieht, um die entstehenden Lücken zu füllen.

Mehr Ausbildungsplätze reichen aber nicht aus, wenn nicht gleichzeitig genügend Stellen in Praxen und Spitälern geschaffen werden. Ein weiteres Problem liegt an der hohen Arbeitsbelastung, die mit einer Familie nicht kompatibel ist.

Fotos: ©  iStock/Steinbergpix; www.presstime.ch