Salut – Blick aus dem Elsass 4Literatur & Kolumnen | 15.05.2026 | Astrid Lehmann

Kinzigtal

Die „französische Schwarzwälderin“ Astrid ­Lehmann lebt im Kinzigtal. Fürs Lust auf REGIO-­Magazin schaut sie sich im Dreiländereck um. In dieser Ausgabe präsentiert sie tierische Geschichten mit Happy End und einen ziemlich langen kulinarischen Rekord.

Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Minischweine … sie alle sind nun glückliche Bewohner der „Arche de l’Orangerie“ in Straßburg. Was sie verbindet? Bevor sie in der Arche eine neue Herberge gefunden haben, waren sie Versuchstiere und haben ein Leben im Labor hinter sich.

Aufgenommen wurden die Tiere von dem Verein Ethosph’R, der sich für das Wohlbefinden der ehemaligen Forschungstiere einsetzt. Die Tiere sollen einen schönen Lebensabend verbringen, so verspricht es Odile Petit, Forscherin am CNRS im Bereich Ethologie – der Erforschung des Tierverhaltens – und Leiterin des Vereins Ethosph’R. Nach mehr als anderthalb Jahren Bauzeit wurde die Arche auf dem Gelände des ehemaligen Straßburger Zoos am 1. März dieses Jahres feierlich eröffnet. Der alte Zoo hatte im Sommer 2022 definitiv seine Pforten geschlossen: veraltet, nicht tiergerecht. Er war jahrelang Gegenstand hitziger Debatten in der Straßburger Politik.

Die neue Tierherberge kann besucht und Führungen für Schulklassen gebucht werden. Wer mehr erfahren möchte, schaut am besten auf die Website der Stadt Straßburg (siehe Link). Und noch eine erfreuliche Nachricht. Ein weiteres Großprojekt kündigt sich an: Anfang 2028 wird direkt gegenüber der Arche ein Wildtierheim seine Pforten öffnen. Es soll nicht nur die Umgestaltung des ehemaligen Zoos vervollständigen, sondern in erster Linie der Stärkung des Wildtierschutzes dienen. Finanziert werden diese Projekte größtenteils von der Stadt Straßburg.

Zum Schluss etwas Kulinarisches: Der Weltrekord für den größten Flammkuchen wurde gebrochen. Zu ihrem 80-jährigen Jubiläum hat die elsässische Spezialitätenmarke Stoeffler einen über 80 Meter langen Flammkuchen gebacken, fast doppelt so lang wie der bisherige Rekord. Man stelle sich vor: Man fängt an einem Ende an und knabbert sich durch bis zum anderen. Lecker!

strasbourg.eu/transformation-ancien-zoo-orangerie

Autorinnenporträt

Foto: © privat