Salut – Blick aus dem Elsass 4Literatur & Kolumnen | 17.07.2026 | Astrid Lehmann
Die „französische Schwarzwälderin“ Astrid Lehmann lebt im Kinzigtal. Fürs Lust auf REGIO-Magazin schaut sie sich im Dreiländereck um. Diesmal führt sie ihre Reise von einem kleinen Nager zu einem Bierprojekt, das dem Naturschutz dient, bis hin zu einem neuen Lebensgefühl …
Was haben der elsässische Feldhamster und Biergenuss gemein? Auf den ersten Blick nicht sehr viel. Schließlich trinkt der putzige Geselle keinen Alkohol. Das kleine Pelztier mit dem wohlklingenden lateinischen Namen cricetus cricetus kämpft um sein Überleben. Einst in ganz Europa verbreitet, hat der Feldhamster in den letzten Jahrzehnten einen dramatischen Rückgang seiner Population erlebt. Heute findet man ihn bis auf wenige Ausnahmen nur noch im Elsass, wo sein natürlicher Lebensraum zunehmend bedroht ist. Intensive Landwirtschaft, Monokulturen, Zersiedelung der Landschaft machen es dem kleinen Nagetier mit flauschigem Fell und weißen Pausbacken schwer, denn er benötigt offene, natürliche Lebensräume. Als typischer Bodenbewohner gräbt er einen weit verzweigten Erdbau, in dem er alleine lebt.
Nun haben sich zum vierten Mal elsässische Craft Beer Brauereien zusammengeschlossen und ihre Bio-Biere „Grand Hamster“ auf den Markt gebracht. Dieses Jahr sind es bereits acht Brauereien, zwei mehr als im Vorjahr. Die Biersorten werden aus lokalem Bio-Malz gebraut und fördern landwirtschaftliche Praktiken, die die Artenvielfalt und insbesondere den Elsässer Hamster schützen. Natürlich gibt es auch andere Vereinigungen, die sich für das Überleben des Hamsters einsetzten, denn schließlich gilt er als streng geschützt. So ist der kleine Kerl zum Wahrzeichen der elsässischen Artenvielfalt und zum Symbol für den Kampf um den Naturschutz geworden.
Wie stellen wir uns den Stereotypen des Franzosen vor? Mit Baskenmütze und einem Glas Rotwein natürlich! Dass das gar nicht so stimmt, zeigt uns Yasmina Khouaidjia, Gründerin der Straßburger Boutique „Le Cactus de Barnabé“, die im Oktober eröffnet wird. Khouaidjia setzt in ihrem Weinladen auf alkoholfreie Getränke. Nicht nur Weine wird sie im Sortiment haben, sondern alkoholfreie Spirituosen, Kombucha oder Mate. Auch in Frankreich ein Trend: der rückläufige Alkoholkonsum, insbesondere bei jungen Menschen. Santé

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