Großmutter Karotte – Pflanzenwissen Natur & Umwelt | 24.07.2026 | Nadja Pohl

Großmutter Karotte

Phytopraktikerin Nadja Pohl über wilde Vorfahren

Karotte, Möhre, Gelbe Rübe – sie hat mehrere Namen und ist als Wurzelgemüse bekannt und beliebt. Mittlerweile wird sie nicht mehr nur in Orange, sondern auch wieder in Gelb und Violett angeboten.

Ihre wilde Verwandte Daucus carota, die Wilde Möhre, liebt sonnige Ruderalflächen und Wiesen. Ihre Wurzel ist im Gegensatz zur Gartenmöhre hell und dünner, der Geschmack stark aromatisch und süßlich.

Die Wurzeln der Wild- wie auch der Zuchtform sind bekannt für die enthaltenen Carotinoide, die im Körper zu Vitamin A umgewandelt die Sehkraft unterstützen und Körperzellen vor freien Radikalen schützen. Außerdem werden sie bei Durchfallerkrankungen und als wurmtreibendes Mittel eingesetzt. Wegen des hohen Kaliumgehalts wirken sie zudem harntreibend.

Wichtiges Erkennungsmerkmal der Wilden Möhre ist die rötliche bis fast schwarze „Fliegenattrappe“ in der Mitte der weißen Blütendolde. Sie dient vermutlich als Lockmittel für bestäubende Insekten, hauptsächlich Fliegen.

Vorsicht! Als Mitglied der Familie der Doldenblütler kann die Wilde Möhre mit zahlreichen giftigen Verwandten verwechselt werden.

Foto: © Nadja Pohl