Kino-Tipp: Heimsuchung Kinonews | 13.10.2026 | Erika Weisser
Ein Grundstück am Scharmützelsee und die wechselnden Bewohner des darauf erbauten Hauses spiegeln deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts: Auf der Grundlage von Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ bringt Regisseur Volker Schlöndorff ein aufwühlendes Zeitpanorama über Besitz, Machtmissbrauch und Opportunismus ins Kino.
Vom Beginn und Ende der Nazizeit über die DDR bis zur Wende und deren Folgen reicht der Bogen. Zunächst liegt das Grundstück brach, ein jüdischer Tuchfabrikant erwirbt einen Teil davon, lässt ein kleines Badehaus bauen. Nebenan errichtet ein Architekt, der später die KZ-Baracken konzipiert, eine pompöse Villa, lässt einen Zaun aufstellen. Als er den Nachbarn zwingt, ihm seinen Besitz zu überlassen, kommt der Zaun weg.
Dabei will es auch die eigentlich SED-linientreue Schriftstellerin belassen, die nach der Flucht des Architekten in den Westen dort einzieht – und ihre Kontakte spielen lässt, um die eigentlich übliche Enteignung zu verhindern.
Heimsuchung: Eine Jahrhundertgeschichte
Deutschland 2026
Regie: Volker Schlöndorff
Mit: Martina Gedeck, Lars Eidinger, Ulrich Matthes u.a.
Verleih: Studiocanal
Laufzeit: 90 Minuten
Start: 15. Oktober 2026









