Nachthimmel als Dach – Kino mit Flair im Hof des Schwarzen Klosters Kinonews | 24.06.2025 | Erika Weisser

Die Spannung steigt: Im dicht bestuhlten Kloster- Innenhof harrt das Publikum des Filmbeginns

Wenige Tage nach der Sommersonnwende wird der lauschige Innenhof des Schwarzen Klosters wieder zum angesagtesten Kinosaal der Stadt: am Donnerstag, 26. Juni, pünktlich um 22 Uhr wird hier das Sommernachtskino eröffnet, das seit Jahren zum unverzichtbaren Repertoire des Freiburger Kulturnachtlebens gehört. Knapp 11 Wochen lang gibt es hier jeden Abend Highlights des Kinojahrs 2024/25, eine überzeugende Auswahl an Kino-Klassikern und natürlich jede Menge Premieren neuer Arthausfilme vor deren offiziellem Kinostart.

Den Auftakt macht Karoline Herfurths turbulente und recht verzwickte Beziehungs- und Selbstoptimierungskomödie „Wunderschöner“, die trotz einiger nicht nur schönheitsbedingter Konkurrenzen auch feministische Solidarität aufblitzen lässt.

Wallis Island

Um eine ganz andere Solidarität geht es zwei Abende darauf (28.6.) im Drama „Für immer hier“ von Walter Salles: Der Auslands-Oscar-Gewinner thematisiert das Verschwinden eines oppositionellen Politikers während der Militärdiktatur im Brasilien der 1970er-Jahre. Er zeigt die Wirkung von Willkür und Ungewissheit auf die Familie, die weiterhin solidarisch zu ihm hält – und zu allen anderen Betroffenen.

Für Immer Hier

Der erste Klasse Klassiker wird am Sonntag, 6. Juli, mit Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ von 2014 gezeigt. Die neueste – und ebenso skurrile – Produktion dieses US-amerikanischen Regisseurs ist dann schon am 8. Juli zu sehen: der tragikomische Thriller mit dem rätselhaften Titel „Ein phönizischer Meisterstreich“. Die in­trigante Geschichte um einen reichen Rüstungs-Businessman, eine abtrünnige Nonne und entschlossene Attentäter hatte gerade bei den Filmfestspielen in Cannes Premiere und läuft seit Ende Mai in Freiburg. In der besonderen Atmosphäre des Freiluftkinos mit Sternenlicht ist er möglicherweise aber besonders beeindruckend.

Der Salzweg

Die erste Premiere des Sommernachtskinos gibt es am Mittwoch, 9. Juli. Da die Tage zu diesem Zeitpunkt allmählich wieder kürzer werden, beginnt die Vorstellung von James Griffihts Komödie „The Ballad of Wallis Island“ bereits um 21.45 Uhr. Dasselbe gilt für die Premiere von Marianne Elliotts Drama „Der Salzpfad“, die genau eine Woche später stattfindet. In beiden Filmen, die völlig unterschiedliche Beziehungen und Konflikte zum Thema haben, spielen die Landschaften, in denen die jeweilige Handlung spielt, eine große – und bildstark in Szene gesetzte Rolle.

Oslo Stories

Bevor es am 22. und 23. Juli ab 21.30 Uhr mit den Premieren von „Memoiren einer Schnecke“ und „The Life of Chuck“ in die zweite Hälfte des bis 6. September dauernden Sommer-Kino-Festivals geht, gibt es am Freitag, 18. Juli noch ein Wiedersehen mit dem diesjährigen Berlinale-Gewinner: Dag Jon Haugeruds „Träume“ – in dem es um eine intensiv erlebte erste Liebe geht, die andere als gewöhnliche Wege sucht.

Sommernachtskino 
26. Juni bis 6. September
versch. Startzeiten
Schwarzes Kloster, Innenhof, Freiburg
Veranstalter: Kino Friedrichsbau 
Info: www.sommernachts-kino.de