Geheimplan auf Güterbahnhof: Veranstaltungshalle für Konzerte geplant STADTGEPLAUDER | 31.03.2016
Nach jahrelangen Verhandlungen ist der Deal nun in trockenen Tüchern: Die Badische Flüssiggas GmbH (BFG) schließt Ende des Jahres ihren Standort auf dem Freiburger Güterbahnhof. chilli-Informationen zufolge zahlte die Eigentümerin Aurelis Real Estate der BFG einen mittleren siebenstelligen Betrag, um die große Fläche endlich für andere Nutzungen frei zu bekommen. Baubürgermeister Martin Haag wollte die exklusiven Informationen „weder bestätigen noch dementieren“. Nach einem der Redaktion vorliegenden Geheimpapier soll auf dem BFG-Areal unter anderem eine große Veranstaltungshalle für bis zu 5000 Besucher gebaut werden.
Explosiv: Wo heute noch Flüssiggas lagert sollen demnächst Partylöwen Gas geben.
Bis Ende 2026 läuft der Mietvertrag der BFG mit der Aurelis noch. Erst danach wäre diese Fläche in die Vermarktung gekommen, bis dahin hätte das städtische Baurechtsamt auch andere publikumsintensive Nutzungen rund um den Störfallbetrieb beharrlich untersagt. Nun aber hat sich das Blatt gewendet: Der Bebauungsplan für die insgesamt 50.000 Quadratmeter große Teilfläche zwischen Rampen- und Neunlindenstraße sowie der Lokhalle Freiburg soll so fortgeschrieben werden, dass er eine kulturelle Nutzung fortan erlaubt, auch neue Wohnungen sollen entstehen. Von mehr als 100 neuen Wohnungen hatte Haag gegenüber dem chilli bereits im Februar vergangenen Jahres gesprochen.
Im Kern der aktuellen Überlegungen aber steht der Bau einer neuen Location für Konzerte und andere Großveranstaltungen. Eine solche sollte einst in der Lokhalle entstehen, was baurechtlich aber verunmöglicht worden war – wegen des benachbarten Flüssiggaslagers. Mittlerweile ist das Mittelschiff der Lokhalle aber für den neuen Kreativpark Freiburg reserviert (wir berichteten). Ob die Lokhallen-Eigentümer nun nebenan ihre alten Pläne realisieren wollen, wollten Lars Bargmann und Frank Böttinger gegenüber dem chilli nicht kommentieren. Es sei jedenfalls wichtig, dass es auch mal laut werden könne.
Im Wandel: Auf dem Gelände der Badischen Flüssiggas GmbH kommt was ins Rollen.
Gerüchten zufolge soll sich bereits ein Trägerverein formieren, dem neben Theater-Intendantin Barbara Mundel auch Atai Keller von der Kult-Liste und Vertreter der Straßenmusik-Szene angehören. Für Mundel und Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach spielt die neue Location auch bei den Planungen für die 900-Jahr-Feier der Stadt Freiburg im Jahr 2020 bereits eine wichtige Rolle. Auch die schon ad acta gelegte Bewerbung der Stadt als Europäische Kulturhauptstadt bekommt durch die Geheimpläne neue Nahrung.
Offen ist derzeit, wie hoch die neue Location wird und ob hier auch die Hochseilartisten der Familie Johann Traber auftreten werden können. Das bisher höchste Gebäude auf dem Areal will der Architekt Wolfgang Frei realisieren. Es wird 48 Meter hoch. Ob es noch höher hinausgeht, wird derzeit hinter verschlossenen Türen heiß diskutiert. Der Baubeginn ist fürs kommende Frühjahr geplant, rund um den 1. April soll der Spatenstich erfolgen.
Text und Fotos: tln










