Stagnation statt Belebung – HWK stellt Konjunkturbericht vor business im Breisgau | 27.07.2026 | bib

Blickt voll durch: Glaser montiert Vordach. Blickt voll durch: Glaser montiert Vordach.

Das südbadische Handwerk behauptet sich zwar im Landesvergleich, tritt aber weiterhin auf der Stelle. „Seit drei Quartalen verharrt die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk auf gleichbleibend niedrigem Niveau“, mahnt Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg (HWK), mit Hinweis auf die jüngste vierteljährliche Konjunkturumfrage.

Die Einschätzungen der Handwerksbetriebe zur aktuellen und zur künftigen Geschäftslage haben sich im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich eingetrübt. Der Konjunkturindikator, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen bündelt, büßte im Vergleich zum Vorjahresquartal (+38,4 Punkte) mehr als 60 Prozent ein und bleibt bei 15 Punkten hängen. Auch wenn Südbaden im Vergleich zu den Landeszahlen (+2,5 Punkte) nach wie vor deutlich besser dasteht, stünden die Zeichen keineswegs auf Entspannung. „Die klassischerweise im Frühjahr auftretende Belebungsphase blieb aus“, so Burger.

Der weiter schwelende Iran-Konflikt sorgte für steigende Preise für Energie und Materialien, zusätzlich zu den bereits bestehenden Problemen wie zurückhaltendem Konsum, niedriger Bautätigkeit, hohen Arbeitskosten und aufwändiger Bürokratie.

So bewertet aktuell nur noch jeder zweite Betrieb (53 Prozent, Vorjahr: 72) seine Geschäftslage als gut, 15 Prozent melden mittlerweile eine schlechte Geschäftslage (Vorjahr: 6). Die Auftragslage hat sich ebenfalls verschlechtert: Nur noch 20 Prozent der Unternehmen berichteten von gestiegenen Aufträgen, fast jeder dritte Betrieb meldet weniger.

Beim Umsatz ist der Trend ähnlich: Während 20 Prozent der Betriebe Zuwächse meldeten, waren 27 Prozent von Rückgängen betroffen. Besonders belastend: die Preisentwicklung. 78 Prozent der Befragten berichteten über gestiegene Einkaufspreise, aber nur 41 Prozent konnten ihre Verkaufspreise nach oben anpassen.

„Diese Problematik sehen wir schon seit mehreren Quartalen“, so Burger. Vor diesem Hintergrund sei es als „enorme Leistung“ zu deuten, dass die rund 80 Prozent der Betriebe ihre Mitarbeiter halten wollen. „Ewig können unsere Betriebe aber diese Daumenschrauben nicht aushalten. Auch dem verlässlichsten Handwerker geht irgendwann die Luft aus“, warnt Burger.

Die Koalition müsse schnell ins Tun kommen und dabei Handwerk und Mittelstand als die zentralen Träger dieser Reformen immer mitdenken: „Wer kleine und mittlere Betriebe zusätzlich belastet, schwächt das Fundament unserer Wirtschaft und riskiert Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit.“

Foto: © amh-online.de