Familienheim investiert auf Rekordhöhe – Mieten weiter deutlich unterm Mietspiegel business im Breisgau | 21.07.2026 | Holger Schindler

Neubau-Projekt in Umkirch: 36 bezahlbare Wohnungen für die Mitglieder Neubau-Projekt in Umkirch: 36 bezahlbare Wohnungen für die Mitglieder

Rund 14,5 Millionen Euro hat die Freiburger Baugenossenschaft Familienheim im vergangenen Jahr investiert. Etwa 12 Millionen in die Instandhaltung und Modernisierung ihres Wohnungsbestands und 2,5 in neuen Wohnraum. So viel hatten die Genossen zuletzt 2015 ausgegeben.

„Unser Ziel bleibt es, den Mitgliedern auch künftig zeitgemäßen und zugleich bezahlbaren Wohnraum anzubieten“, erklärt dazu der neue Familienheim-Vorstandsvorsitzende Alexander Ehrlacher. Umfassend saniert wurden unter anderem die Wohnhäuser an der Wilmersdorfer Straße 3 und 5 in Freiburg mit insgesamt 104 Wohnungen sowie die Wohnanlage auf der Hohe in Waldkirch.

Bezogen auf die Wohnfläche investierte die Genossenschaft im vergangenen Jahr 56 Euro je Quadratmeter im Bestand. Weitere 2,5 Millionen Euro flossen in neuen Wohnraum. Etwa für den Erwerb des Grundstücks fürs Projekt am Kaiserstuhlring in Umkirch. Dort werden in Holzmodulbauweise zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 36 Wohnungen entstehen, die mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Der Baustart ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Insgesamt summieren sich die Investitionen der vergangenen fünf Jahre auf 64 Millionen Euro. Trotz des schwierigen Marktumfelds mit steigenden Kosten und vielen Auflagen schloss die Genossenschaft das Jahr mit einem Überschuss von rund 2,8 Millionen Euro ab. Die Bilanzsumme blieb mit 166,4 Millionen Euro praktisch unverändert. Das Anlagevermögen erhöhte sich auf 151,7 Millionen Euro, während das Eigenkapital auf 82,8 Millionen Euro anwuchs. Dadurch stieg die Eigenkapitalquote von 48,4 auf 49,7 Prozent.

Der Jahresüberschuss ging zwar von 3,6 auf 2,8 Millionen Euro zurück, blieb aber im Rahmen der Erwartungen des Vorstands. Rund 2,4 Millionen Euro wurden den Rücklagen zugeführt. Die Mitglieder erhalten erneut eine Dividende von vier Prozent auf ihre Geschäftsanteile.

Zum Jahresende hatte die Familienheim 2756 Wohnungen, 37 Gewerbeeinheiten sowie 2066 Garagen und Stellplätze. Leerstände gebe es nicht. Die Zahl der Mitglieder ging leicht von 8180 auf 8115 zurück: Das Unternehmen hat einen Aufnahmestopp verhängt, um das Verhältnis zwischen Mitgliedern und Wohnungen ausgewogen zu halten.

Ein wichtiges Finanzierungsinstrument der Genossenschaft bleibt die eigene Spareinrichtung. Die Spareinlagen der Mitglieder stiegen 2025 um rund 800.000 auf 43,9 Millionen Euro. Familienheim-Mieter können sich weiterhin über günstige Mieten freuen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2025 bei 7,61 Euro je Quadratmeter – rund 30 Prozent unter dem Freiburger Mietspiegel von 10,81 Euro. Der Vorstand betont aber , dass die steigenden Kosten insbesondere für Klimaschutzmaßnahmen künftig moderate Mieterhöhungen erforderlich machen werden.

Veränderungen gab es an der Spitze des Unternehmens. Nach dem Ausscheiden von Anja Dziolloß und Christian Brokate aus persönlichen Gründen hat sich der Vorstand neu aufgestellt. Alexander Ehrlacher führt nun die Genossenschaft als Vorstandsvorsitzender, Georg Selinger verstärkt das Gremium als nebenamtlicher Vorstand. Von August an wird Markus Scherrle den Vorstand komplettieren und hauptamtlich den technischen Bereich verantworten.

Fürs laufende Jahr plant die Familienheim, ihren Investitionskurs fortzusetzen. Neben dem Baubeginn in Umkirch sollen weitere erhebliche Mittel in die Modernisierung des Bestands fließen. 

Bilanz-Box	2025 	Vgl. zu 2024

Bilanzsumme	166,4 Mio.	+0,1 Mio.
Spareinlagen	43,9 Mio.	+0,8 Mio.
Eigenkapital	82,8 Mio.	+2,2 Mio.
Eigenkapitalquote	49,7%	+1,3 Punkte
Jahresüberschuss	2,8 Mio.	-0,8 Mio.

Visualisierung: © Familienheim