Jérôme Gay verkauft Traumautos an Menschen mit finanziellem Spielraum business im Breisgau | 28.07.2026 | Marianne Ambs
Seit Jahresanfang logiert Jérôme Gay mit seinem Autohaus „Prestige Selections“ im Gebäude an der Engesserstraße 1 in Freiburg. Der Umzug bedeutet für den Autohändler mit exquisitem Angebot eine Vergrößerung der Ausstellungsfläche. Am neuen Standort im Freiburger Norden kommen die Traumautos, die Gay verkauft, bestens zur Geltung. In der Ausstellungshalle glänzen Ferraris, Bentleys, Maseratis und Lamborghinis um die Wette.
Der ehemalige Standort im Gewerbegebiet Haid war schon länger zu klein. Deshalb habe er diverse Objekte in Freiburg angefragt. „Nichts hat geklappt“, so Jérôme Gay. Ende März 2025 sei er dann an der ehemaligen Fabrikhalle an der Engesserstraße vorbeigefahren. Die Geschichte des Gebäudes reiche 125 Jahre zurück. Zunächst eine Poststation mit Stallungen, später eine Papierfabrik, wurde das Objekt zuletzt fast 30 Jahre lang als Möbelhaus genutzt. „Es war alles dunkel und leer. Ich dachte, das ist meine Chance.“
Holzdielen unterm Beton
Da er den Eigentümer kannte, brachte er sich ins Gespräch. „Ich war sehr beharrlich.“ Mit Erfolg: Am 1. August wurde der Mietvertrag unterschrieben. Das Gebäude wurde anschließend schonend zurückgebaut, Wände wurden herausgerissen, die alte Bausubstanz konserviert. „Es war mir wichtig, den Charakter der Fabrikhalle zu erhalten.“ Bei der Renovierung kamen Schätze zum Vorschein, Holzbalken, Metallschienen, eine historische Waage – und ein alter Dielenboden, der unter einer dicken Betonschicht begraben war. Als Eyecatcher für Vorbeifahrende hat Gay an der Straße einen Glaskasten mit einem Ferrari aufgestellt.
16 Autos kann er in seinem neuen Showroom mit Industrial-Flair präsentieren. Hier steht ein grasgrüner Lamborghini neben einem sonnengelben Maserati und einem klassischen Bentley in hellem Beige. Bei „Prestige Selections“ gibt es Traumwagen aller bekannten Edelmarken. Ob legendärer Klassiker oder das neueste Ferrari-Modell: Jérôme Gay hat sie im Angebot. Der Jahresumsatz liege bei rund 14 Millionen Euro. 80 bis 100 Autos verkauft Gay im Jahr. „Das waren auch schon mehr“, sagt der Autohändler. Es seien zwar schwierige Zeiten, dennoch sei sein Geschäft krisensicher: „Unsere Zukunft ist die Vergangenheit.“
Seit der Gründung des Unternehmens in einem kleinen Büro an der Heinrich-von-Stephan-Straße vor 14 Jahren hat Jérôme Gay ein europaweites Netzwerk aufgebaut, Kontakte in der Branche geknüpft. Aus Freiburg und der Umgebung, aber aus halb Europa, aus Frankreich, Spanien, Portugal, Dänemark oder Bulgarien kommen Gays vorwiegend männliche Kunden. „Nur die Schweizer kaufen nicht bei mir, die bleiben im eigenen Land.“

Jérôme Gays Leidenschaft sind Luxusautos, seine Lebensgefährtin Anna Bilenko verkauft im Blumengeschäft, das ins Autohaus in der Engesserstraße integriert wurde, hochwertige Blumenarrangements.
Aktuell hat der Autohändler etwa 25 Wagen im Bestand, 100 bis 150 Modelle sind kurzfristig abrufbar. Gay versichert: „Kunden können mit einem konkreten Wunsch zu mir kommen. Ich kann jedes gewünschte Fahrzeug beschaffen.“ Wenn er der Meinung ist, dass der gewünschte Wagen nicht zum Kunden passt, rät er auch mal vom Kauf ab. Beratung sei in diesem Preissegment besonders wichtig: „Das Luxusauto ist für meine Kunden ein Spielzeug, es soll Spaß machen. Wenn ich ein Auto verkaufe und es steht dann in der Garage, weil es nicht zum Besitzer passt, das wäre für mich unverzeihlich.“
Die 2015 gegründete Prestige GmbH hat sechs Mitarbeiter und ist Ausbildungsbetrieb für Kfz-Mechatroniker. Zu den Traumautos gibt es bei „Prestige“ das ganze Paket an Dienstleistungen: Finanzierung, Versicherung, Wartung, Reparatur, professionelle Aufbereitung, Pflege, Restauration.
Neben der Ausstellungsfläche sind im Gebäude ein Fahrzeuglager mit 48 Plätzen, die Werkstatt und die Wohnung von Gay untergebracht. In einer Lounge finden regelmäßig Kunden-Events statt. Zudem wurde ein Floristik-Geschäft in das Autohaus integriert, eine Idee seiner Lebensgefährtin Anna Bilenko. Die geschmackvollen Gestecke sind beliebt: „Auch Männer mögen Blumen.“









