»Ungerechtigkeit der Marktwirtschaft« 80 Jahre Unmüssig-Gruppe – starkes soziales Engagement business im Breisgau | 03.08.2026 | Lars Bargmann

Engagiert auch neben dem Bauplatz: Peter Unmüßig Engagiert auch neben dem Bauplatz: Peter Unmüßig

Vertrauen, Verantwortung, Verlässlichkeit: Mit diesem Slogan feiert die Freiburger Unmüssig-Gruppe in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen. Mit einem Symposium im Historischen Kaufhaus, einem Festakt im ehemaligen OBI-Markt in St. Georgen und einem breit angelegten Sponsoring für mehr als 20 regional verwurzelte Institutionen aus dem sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich.

Für Firmenchef Peter Unmüßig stehen dabei vor allem junge Menschen im Fokus. So fördert er in der Freiburger Volkshochschule mit 200.000 Euro einen Lehrgang für benachteiligte Jugendliche, Schulabbrecher, Elternlose, Analphabeten. Es gebe systemimmanent immer junge Menschen, die in bildungsfernen und finanziell schwächeren Elternhäusern aufwachsen. „Das ist die größte Ungerechtigkeit in unserer Marktwirtschaft“, sagt Unmüßig.

Auch bei den Sportvereinen EHC Freiburg, HSG Freiburg, SC Freiburg und VfR Merzhausen sind es die Jugendabteilungen, die unterstützt werden. Es gibt Spenden für den Förderverein für krebskranke Kinder und die – sich selber für Kinder engagierende – Matthias Ginter Stiftung. Die Familie Unmüßig unterstützt Help for Children – das Präventionsbüro zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt – ebenso wie das SOS-Kinderdorf.

Dem Vorsitzenden des Fördervereins „Unser Westbad, unser Beitrag“, Matthias Müller, hatte Unmüßig im Mai 2024 einen Scheck über 20.000 Euro überreicht. Das Musikfestival I EM Music ist ebenso unter den seit vielen Jahren Geförderten zu finden wie Pop-up-Stores für Kunstausstellungen, zuletzt am Fahnenbergplatz oder am Augustinerplatz.

Überregionales Aufsehen hatten Peter, Maximilian und Annabell Unmüßig erregt, als sie ganz am Anfang der weltweiten Pandemie über private Kontakte in China im April 2020 rund 250.000 dringend benötigte Masken an die Heiliggeistspitalstiftung, die Freiburger Caritas, die Evangelische Stadtmission, das Deutsche Rote Kreuz in Freiburg und ans Freiburger Rathaus gespendet hatten.

„Es waren nicht die Masken an sich, für die wir als Familie finanzielle Verantwortung gezeigt haben. Die Initiative, der ganze Aufwand, die Masken überhaupt in der Zeit, als die große Politik das nicht geschafft hat, zu bekommen, bedeutete uns viel mehr“, sagt Unmüßig.

Das Familienunternehmen unterstützte in diesem Jahr etwa das Taubenhaus an der Blauen Brücke. „Ein wesentlicher Baustein war auch die Unterstützung des Freiburger Unternehmers Peter Unmüßig, welcher der Stadt das Grundstück kostenfrei zur Verfügung stellt“, meldete das Freiburger Rathaus. Mit 15.000 Euro unterstützte Unmüßig im vergangenen Jahr die ökologische Aufwertung eines begradigten Flussabschnitts der Wutach im Schwarzwald.

Die Gruppe unterstützt die Van Look Stiftung, die wiederum Künstler fördert oder auch das Karree, den jungen Kulturort am Fahnenbergplatz, der ein Jahr lang null Euro Miete für die Räumlichkeiten bezahlen muss. Und sie trägt mit der Adolf und Maria Unmüßig-Stiftung zum Erhalt des Münsters bei.

Jedes Jahr, „in guten wie in schlechten Zeiten“, seien 150.000 Euro für Spenden und Sponsoring budgetiert. „Wir fühlen uns als Mitglied der Gemeinschaft verantwortlich dafür, etwas zurückzugeben“, sagt der Firmenchef. Wenn jeder in der Zivilgesellschaft, der etwas geben kann, auch etwas gebe, sei viel erreicht. Zum 80-jährigen Bestehen des Unternehmens gelte das in besonderer Weise.

Foto: © Baschi Bender