Nachgewürzt! – Wahl-Utopie Satire | 17.10.2026 | Volkmar Staub
Volkmar Staub, geboren in Lörrach, lebendig in Berlin, vergibt im chilli die Rote Schote am goldenen Band.
Drei Landtagswahlen liegen hinter uns. Der Aufschrei war groß. Insbesondere in der CDU. Zum ersten Mal ist sie aus einem Landesparlament geflogen. Sie könnte einem fast leidtun, wenn es halt nicht die CDU wäre.
Auch der massive Stimmengewinn der Rechtspopulisten ist erschreckend. Irgendwie haben die sich im Parteiengefüge auf hohem Niveau festgesetzt. Mir hingegen macht das Berliner Wahlergebnis Mut. Wenn bei der nächsten Bundestagswahl ähnlich gewählt wird, ist eine rotrotgrüne Bundesregierung rechnerisch möglich. Klingt etwas utopisch, aber warum nicht auch mal von was Unwahrscheinlichem vor sich hinträumen. Das wird man ja noch dürfen. Ich lass mal die Reihenfolge, wie die drei einlaufen, unberücksichtigt. Man kann ja alles verhandeln.
Die Grünen müssten dann nur Winfried Kretschmann aus dem Ruhestand oder Robert Habeck in die Politik zurückholen und einen davon zum Kanzler machen. Heidi Reichinnek von den Linken könnte Regierungssprecherin werden. Mit ihrer schrillen lauten Trötenstimme kann sie zwar keinen überzeugen, aber alle übertönen. Gregor Gysi sollte Sozialminister werden. Er spürt jeden Tag am eigenen Leib, wie es dem kleinen Mann geht. Das Innenressort ist ja ohnehin etwas dröge, das könnte die gleichnamige Grüne übernehmen. Die SPD könnte Eckart von Hirschhausen als Gesundheitsminister nominieren. Der bereits erfahrene Karl Lauterbach könnte ihm ja als Staatssekretär zuarbeiten. Auch andere geeignete Quereinsteiger könnte man berufen.
Warum nicht die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter zur Finanzministerin machen? Sie geigt allen was und wenn die Staatsfinanzen wackeln, macht sie ein Streichkonzert. Fußballtrainer verstehen viel von Verteidigung und Angriff. Als Verteidigungsminister stehen gleich mehrere bereit: Ottmar Hitzfeld, Jogi Löw oder Christian Streich. Und als KI- und Digitalminister nimmt man den Tennisprofi Sascha Zverev, der kennt sich mit dem Netz bestens aus.
Aber erst muss sich jetzt Rotrotgrün in Berlin installieren und bewähren. Dazu muss der Antisemitismusvorwurf und die Nähe zu einem Clanchef restlos geklärt und beseitigt werden. Völker dieser Welt, schaut auf diese Stadt! Falls Rotrotgrün sich trotz aller Probleme aber gut schlägt, muss der Wähler dann bei der Bundestagswahl halt nur noch richtig wählen. Das muss doch möglich sein.
Herzlich, Volkmar Staub
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