Nachgewürzt! – Kubicki Satire | 05.08.2026 | Volkmar Staub
Volkmar Staub, geboren in Lörrach, lebendig in Berlin, vergibt im chilli die Rote Schote am goldenen Band.
Brauchen wir in der Parteienlandschaft unserer Republik die FDP noch? Kann sie dem bürgerlichen Block der Parteien der Mitte etwas Aufwind geben? Jetzt haben sie das alte Schlachtross Kubicki mit 60 Prozent Ja-Stimmen vor den gelben Wagen gespannt. Vielleicht wäre ein junges attraktives Zugpferd interessanter gewesen.
Die noch zuletzt angetretene Marie Agnes Strack-Zimmermann hatte gegen den alten Gaul keine Chance. Man darf gespannt sein, auf welchen Kurs Kubicki die FDP einpeitscht. Vermutlich singt er das alte Lied von der „unsichtbaren Hand“ des möglichst wenig regulierten Marktes wie seine unmittelbaren Vorgänger. Dagegen hilft dann nur die sichtbare Hand der Wähler in den Wahlkabinen, so, dass auch bei den kommenden Wahlen FDP heißt: Fast drei PROZENT.
Eine Partei ist ja selten ein einheitlicher Block. Meistens gibt es verschiedene Fraktionen in den Parteien. Und die sind oft nochmal in sich fraktioniert oder zerstritten. Auch skurrile Einzelmeinungen sollen vorkommen und können erfrischend wirken. Natürlich gibt es auch innerhalb der FDP verschiedene Strömungen, aber warum setzen sich immer die Vertreter der Wirtschaft durch? Es gab doch mal Vertreter der individuellen Freiheitsrechte. Wo aber sind eigentlich diese liberalen Liberalen, die die Freiheitsrechte der Bürger gegen die Übergriffe und Willkür des Staates verteidigen oder gegen die Zumutungen der Tech-Giganten? So wie früher Karl Hermann Flach, der mit anderen in den 70er Jahren für die FDP die „Freiburger Thesen“ formulierte?
Das war der Ausgangspunkt für die sozialliberale Koalition. Mit solchen Figuren könnte man die Ausgangsfrage glatt mit Ja beantworten und sagen: Verteidigung der individuellen Freiheitsrechte ist bitter nötig. Wie können wir einzelnen Bürger uns sonst gegen die immer mächtiger werdenden Institutionen durchsetzen?
Wirtschaftsliberale wie Kubicki gibt es genug, auch in den anderen Parteien. Als freiheitliches Regulativ taugt diese FDP mit diesem Personal sicher nicht. Der gelbe Wagen liegt im Straßengraben. Deshalb fällt meine Antwort auf die Ausgangsfrage kurz und klar aus: Ach nö.
Eine scharfe Schote für den neuen Kutscher auf dem gelben Wagen. Nur angucken, nicht reinbeißen, sonst fliegt der Wagen aus der nächsten Kurve.
Herzlichst
Volkmar Staub
Foto: © privat









