Lob, Preis & Rekordzahlen – Freiburger Kinos mit erfolgreicher Jahresbilanz 4Film | 18.02.2026 | Erika Weisser
Kunststaatssekretär Arne Braun und MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen rahmen den Spitzenpreisträger Ludwig Ammann.
Koki-Geschäftsführerin
Im Kommunalen Kino und den Kinos Friedrichsbau, Kandelhof und Harmonie war das Jahr 2025 einmal mehr „sehr erfolgreich“. Außer rekordverdächtigen Besucherzahlen gab es bei ihnen für ihre besonderen Programme und Festivals sowie innovativen Formate auch viel Lob und Preis.
„Corona ist Geschichte!“, jubelt Ludwig Ammann, einer der Geschäftsführer der Programm-Kino-Gruppe Friedrichsbau, Kandelhof und Harmonie: Das Jahr sei „mit 98 Prozent der Besucher von 2019 abgeschlossen“ worden, das Publikum habe sich verjüngt und die Sneaks seien wieder ausverkauft gewesen. „Ein Traum“ bilanziert er. Auch Rosaly Magg vom Kommunalen Kino (Koki) zeigt sich begeistert: 2025 sei mit 28.184 Gästen ein „neuer Besucher·innenrekord“ zu verzeichnen gewesen: Fast 6000 mehr Menschen als im Jahr zuvor seien in das kleine Lichtspielhaus im Alten Wiehrebahnhof geströmt.
Beide führen die sehr erfreuliche Bilanz neben nötig gewordenen Investitionen und Erneuerungen vor allem auf die sorgfältige Auswahl an Filmen, die verschiedenen Festivals und die besonderen, oft in Kooperation realisierten thematischen Reihen und Einzelveranstaltungen sowie die Möglichkeit zu Begegnungen mit Filmschaffenden zurück. So seien laut Rosaly Magg im Koki die bewährten Formate Cinelatino, die Lesbenfilmtage und natürlich das Freiburger Filmforum als „Festival of Transcultural Cinema“ wieder sehr gut angenommen worden. Als regelrechte Publikumsmagneten hätten sich zudem die neuen, klar feministisch akzentuierten Formate „Herstories“ und „Cinèpolska“ und ihre Akteurinnen aus der polnischen und arabischen Filmpionierinnenszene erwiesen.
Auch im Friedrichsbau hat ein erstmals veranstaltetes Großereignis viele Kinogänger neugierig gemacht: Das Black Forest Film Festival, das nach Ludwig Ammanns Einschätzung „vom Feinsten“ war und die Region neu und anders als im Heimatfilm in den Blick nahm. Er freut sich, dass sein Kino Gastgeber für dieses fantastische Format sein durfte. Zu den meistgesehenen Filmen im Friedrichsbau habe übrigens eine Produktion aus und über Freiburg gehört: Die Doku „Und sonst war es still: Zeitzeugen der Freiburger Bombennacht erzählen“. Mehr als 7000 Besucher kamen zu diesem Film, der hinter Rennern wie „22 Bahnen“, „Wunderschöner“, „Das Kanu des Manitu“ und anderen Magneten einen „sensationellen“ 7. Platz belegte.
Die Arbeit hat sich gelohnt: In der Kategorie „herausragendes Jahresfilmprogramm“ erhielt der Friedrichsbau den mit 15.000 Euro dotierten Spitzenpreis des Kinopreises der Filmförderung Baden-Württemberg. Und Neriman Bayram, Geschäftsführerin des Koki, nahm zum 20. Mal in Folge den Kinopreis der Deutschen Kinemathek entgegen. Der Preis würdigt Vielfalt und den Ideenreichtum bei der Präsentation von Filmen aus der gesamten Filmgeschichte.

Koki-Geschäftsführerin Neriman Bayram freut sich mit ihren Kolleginnen Johanna Metzler (l.) und Marina Aicher über den Kinopreis 2025.










