Pflegeberufe legen zu – Mehr Menschen entscheiden sich für die Ausbildung Ausbildung & Arbeit | 19.03.2026 | BZ/f79
Gefragt: Pfleger*in zu werden ist angesagt. Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Belastbarkeit sind wichtige Voraussetzungen.
Der Fachkräftemangel in der Pflege ist seit Jahren ein großes gesellschaftliches Problem. Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Um den Beruf attraktiver zu machen und die Ausbildung moderner zu gestalten, wurde die Pflegeausbildung im Jahr 2020 grundlegend reformiert. Nun zeigen aktuelle Zahlen, dass diese Maßnahmen offenbar Wirkung zeigen: Im Jahr 2024 haben deutlich mehr Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf rund 59.500. Das ist ein positives Signal für die Branche, die dringend Nachwuchs benötigt. Insgesamt blieb die Gesamtzahl der Auszubildenden zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann mit 147.100 Personen jedoch nahezu konstant. Das bedeutet, dass zwar mehr neue Verträge abgeschlossen wurden, sich die Gesamtzahl der Lernenden aber auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegt.
Seit der Reform im Jahr 2020 gibt es die generalistische Ausbildung zur Pflegefachperson. Diese dauert drei Jahre und fasst mehrere zuvor getrennte Berufsbilder zusammen, darunter die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Altenpflege. Ziel der Reform war es, die Pflegeausbildung flexibler zu gestalten und den Auszubildenden breitere Einsatzmöglichkeiten zu eröffnen. Absolventinnen und Absolventen können dadurch in verschiedenen Bereichen der Pflege arbeiten und sind nicht mehr auf ein bestimmtes Tätigkeitsfeld festgelegt.
Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), betont jedoch, dass die Ausbildung anspruchsvoll ist. Wer in der Pflege arbeiten möchte, müsse bereit sein, eine intensive Ausbildung oder sogar ein Studium zu absolvieren. Neben fachlichem Wissen sind vor allem persönliche Kompetenzen gefragt. Dazu zählen Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich kontinuierlich fortzubilden. In einem Berufsfeld, das sich durch medizinische Entwicklungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ständig verändert, ist lebenslanges Lernen unverzichtbar.
Ebenso wichtig sind Empathie und Offenheit im Umgang mit unterschiedlichsten Menschen. Pflegekräfte arbeiten mit Patientinnen und Patienten verschiedener Altersgruppen, Kulturen und Lebenssituationen zusammen. Teamfähigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle, da die Arbeit häufig interdisziplinär erfolgt, also gemeinsam mit Ärztinnen, Therapeuten und weiteren Fachkräften. Ein grundlegendes Interesse an Medizin und pflegerischen Tätigkeiten sollte daher selbstverständlich sein.
Trotz der hohen Anforderungen bietet der Pflegeberuf attraktive Perspektiven. Laut Lux sind die beruflichen Möglichkeiten vielfältig und der Arbeitsplatz gilt als sicher. Zudem hat sich auch die Vergütung verbessert. Bereits während der Ausbildung erhalten angehende Pflegefachkräfte ein vergleichsweise gutes Gehalt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegt das monatliche Bruttoausbildungsentgelt im öffentlichen Dienst bei 1416 Euro im ersten, 1477 Euro im zweiten und 1578 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Damit liegt die Bezahlung über dem Niveau vieler anderer Ausbildungsberufe und stellt einen zusätzlichen Anreiz für junge Menschen dar, sich für die Pflege zu entscheiden.









