Die Strippenzieherin – Booker*innen sind Organisationstalente hinter den Stars Jobstarter | 05.04.2026 | BZ/Anke Dankers (dpa)
Die Frau hinter der Bühne: Bookerin Rebekka Breme kümmert sich darum, dass Music-Acts ins Rampenlicht kommen.
Ihr Ziel ist die perfekte Show: Booker planen, organisieren und kalkulieren Veranstaltungen – worauf es ankommt, damit Künstler*innen groß rauskommen.
Im Job-Protokoll erzählt Rebekka Bremer, die bei Neuland Concerts als Bookerin für Musikkonzerte und Lesungen arbeitet, von ihrem Beruf an der Schnittstelle zwischen Künstler*innen, Veranstalter*innen, Marketing und Produktion:
Weg in den Beruf
„Musik hat schon früh eine große Rolle in meinem Leben gespielt. In meinem Elternhaus wurde immer in irgendeiner Form musiziert oder Musik gehört. Während meiner Schulzeit verdiente ich mir mit kleinen Nebenjobs etwas dazu. Damals habe ich bereits in der einen oder anderen kleinen Eventagentur ausgeholfen. Nach meinem Abitur habe ich es mit verschiedenen Praktika und einem Studium probiert und stieß schließlich auf den Ausbildungsberuf der Veranstaltungskauffrau, der damals ganz neu war. Ich absolvierte eine duale Ausbildung, bei der ich zur Schule ging und zusätzlich in einer Agentur arbeitete, die auf Musikveranstaltungen spezialisiert war. Bis heute kann die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau/- kaufmann ein Weg in den Beruf sein, manch einer geht aber auch über ein Studium, etwa mit dem Fach Kulturwissenschaften.
Arbeitsalltag
Ich arbeite hauptsächlich am Computer. Dazu kommen Telefongespräche und Meetings. Ich bin die Ansprechpartnerin für zwei Seiten: die der Künstlerinnen, beziehungsweise deren Managements, und die der örtlichen Veranstalter. Ich habe ein Portfolio an Künstlern, die ich vertrete. Je nach Bekanntheitsgrad versuche ich, sie am Markt zu etablieren oder weiter auszubauen – darunter neben Musikerinnen auch Autorinnen. Dafür stimme ich mich mit den Künstlern und deren Managements ab: Wir schauen, wo wir stehen, wo wir hin wollen und wie wir dieses Ziel erreichen. Die Künstler biete ich dann den Veranstaltern bundesweit und zum Teil im Ausland an. Je bekannter der Act, desto mehr externe Anfragen kommen rein, und dann gilt es zu sortieren, welche Auftritte für die Künstlerin förderlich oder vielleicht sogar hinderlich, bezogen auf die Karriere des Künstlers, sind. Im Weiteren bin ich die Schnittstelle zwischen allen Bereichen, die für die Organisation einer Tournee oder einer Einzelveranstaltung erforderlich sind. Dazu gehören Strategie, Marketing, Kalkulation und Produktion.
Schöne Seiten
Als Bookerin bin ich von der ersten Veranstaltungsplanung bis zur Nachbereitung in fast alle Prozesse involviert. Dass ich künstlerischästhetisch, aber auch praktisch und kaufmännisch mitdenken kann und involviert bin – diese Abwechslung macht den Beruf so spannend. Ich arbeite teils seit vielen Jahren mit den gleichen Partnern zusammen, sodass ein Vertrauensverhältnis besteht, das ich sehr schätze. Schön ist auch, dass ich mit dem Konzert unmittelbar sehe, worauf wir im Team hingearbeitet und was wir geschafft haben. Das Gefühl, wenn der Künstler oder die Künstlerin am Abend auf der Bühne steht, ist auch nach 20 Jahren immer noch besonders.
Herausforderungen
Klar ist, dass ein Beruf in der Unterhaltungsbranche auch persönliche Herausforderungen mit sich bringt. Die Veranstaltungen sind überwiegend abends oder am Wochenende. Als Bookerin muss ich zwar nicht zwangsläufig vor Ort sein, aber es ist mein eigener Anspruch, und ich ziehe eine große Motivation daraus, zu erleben, was ich im Team organisiert habe.
Was die Branche bewegt
Die Pandemie hat uns, auch im Vergleich zu anderen Branchen, vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Nicht nur, dass neue Azubis und somit unser beruflicher Nachwuchs ausblieben, es gab auch aufseiten der Konzertgänger ganze Altersgruppen, die in dieser Zeit Konzerte nicht als Freizeitbeschäftigung oder gar als Leidenschaft für sich entdecken konnten. Auch nach Ende der Pandemie standen wir noch lange unter ihrem Einfluss.
Erfreulich ist es daher, dass der Veranstaltungsbereich mittlerweile wieder wächst – teils sind sogar weitere Formen von Veranstaltungen entstanden wie zum Beispiel Live-Podcasts oder immersive Ausstellungen.
Verdienst
Über den Verdienst gibt es keine offiziellen Erhebungen, er variiert stark. Eine grobe Orientierung bietet der Ausbildungsberuf Veranstaltungskauffrau/- kaufmann. Laut Bundesagentur für Arbeit beträgt das monatliche Vollzeit-Bruttoentgelt für ausgebildete Veranstaltungskaufleute etwa 3597 Euro.









