Schwächen-Falle im Bewerbungsgespräch – Wer gut vorbereitet ist, kann mit einer ehrlichen Antwort überzeugen Jobstarter | 26.06.2026 | BZ/Elena Hartmann (dpa)

Bewerbungsgespräch

Die Frage nach den eigenen Schwächen gehört zu den Klassikern im Vorstellungsgespräch. Viele Bewerber fühlen sich dabei unwohl, doch eine gute Antwort kann einen positiven Eindruck hinterlassen. Wer vorbereitet ist, zeigt Selbstreflexion und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten.

Karriereexperten raten davon ab, die Frage zu umgehen oder gar nicht zu beantworten. Das könne schnell desinteressiert oder arrogant wirken. Gefragt seien stattdessen Ehrlichkeit und eine realistische Selbsteinschätzung.

Diese Fehler sollten vermieden werden

Zu den größten Stolperfallen gehören sogenannte „versteckte Stärken“. Aussagen wie Perfektionismus oder Ungeduld gelten mittlerweile als Standardantworten und wirken oft wenig glaubwürdig. Sie vermitteln eher den Eindruck, dass die Antwort aus dem Internet übernommen wurde, statt auf echter Selbst­reflexion zu beruhen.

Auch Schwächen, die für die angestrebte Stelle problematisch wären, sollten nicht genannt werden. Wer sich auf eine Position mit viel Teamarbeit bewirbt, sollte beispielsweise nicht mangelnde Teamfähigkeit als Schwäche anführen.

Außerdem gilt: Im Vorstellungsgespräch müssen nicht alle persönlichen Schwächen offengelegt werden. Ein oder zwei Beispiele reichen aus, um Ehrlichkeit zu zeigen.

Mit Vorbereitung punkten

Vor allem Berufseinsteigern fällt es oft schwer, passende Schwächen zu benennen. Dann können Beispiele aus Schule oder Privatleben helfen, etwa anfängliche Zurückhaltung in größeren Gruppen oder eine manchmal zu direkte Art. Diese Eigenschaften lassen sich meist gut erklären, ohne die Eignung für den Job infrage zu stellen.

Schwächen konstruktiv darstellen

Wichtig ist, die genannte Schwäche nicht einfach stehen zu lassen. Dafür empfiehlt sich eine einfache Drei-Schritt-Methode:

1. Eine ehrliche Schwäche nennen, die für die Stelle nicht entscheidend ist.

2. Erklären, wie daran gearbeitet wird.

3. Aufzeigen, welche Fortschritte bereits erzielt wurden.

Wer anfangs schüchtern ist, kann erklären, dass die Unsicherheit schnell nachlässt. Wer manchmal zu direkt kommuniziert, kann zeigen, wie daran gearbeitet wird.

Entscheidend ist die Glaubwürdigkeit: Authentische Antworten und der Wille zur Weiterentwicklung kommen meist besser an als einstudierte Floskeln

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