Geschmackspolizei: Der Sounddreck … zur Reform Musik | 13.08.2026 | Ralf Welteroth
Die Freiburger Geschmackspolizei ermittelt schon seit 20 Jahren gegen Geschmacksverbrechen, vor allem in der Musik. Für die cultur.zeit verhaftet Kommissar Ralf Welteroth fragwürdige Werke von Künstlern, die das geschmackliche Sicherheitsgefühl der Bevölkerung empfindlich beeinträchtigen.
Alles muss auf den Prüfstand, es darf keine Tabus geben. Rente, Gesundheit, Steuern, Arbeit, vor allem Geschmack. Reformen müssen her, ohne wenn und aber. Auch diese Kolumne gehört dringend reformiert. Der Kanzler drängt darauf und liegt uns seit Wochen, was sag ich, seit Monaten schon in den Ohren. Nur wo ansetzen?
Okay, wir kürzen sie, dafür wird sie teurer, logisch. Wir arbeiten aber auch länger, auch nachts und an den Wochenenden, im Krankheitsfall. Nein, wir rufen nicht beim Amtsarzt an und lassen uns krankschreiben, sondern schleppen uns dorthin und stecken alle mit unserem Brechdurchfall oder Hörsturz an.
Wir gehen mit gutem Beispiel voran. Weicheier, Feierbiester, Faulpelze und Drückeberger allerorten. An dieser Stelle sei auch nochmals an Roberto Blancos subversiven Schlager „Samba si, Arbeit no“ erinnert, der diese Haltung schon Ende der Siebziger fröhlich befeuerte. Jetzt ziehen wir andere Saiten auf.
Zum Schluss soll noch die Schlagersternschnuppe und Ballermann-Philosophin Isi Glück („Malle ist bei mir das ganze Jahr“) zu Wort kommen. Auf die Frage, welche Fehler sie am Anfang ihrer Karriere besser vermieden hätte, antwortete sie: „Ich war sehr naiv-positiv und hab immer erst an das Gute im Menschen geglaubt.“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, wir fügen uns.
Kurz und schmerzhaft grüßt, Ihre GeschPo









