Musik-Tipp: Chamäleon Musik | 29.09.2025 | David Pister

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Es treibt und treibt und treibt. Umpta-Umpta-Umpta. Wandernder Bass, mal steht das Klavier im Vordergrund, mal die Gitarre – mit einem verdammt cleanen Solo. Irgendwie Ska-mäßig klingt die neue Single von Elektrosauna, die mit 6 Minuten und 52 Sekunden in Zeiten von maßgeschneiderten Tiktok-Songs ein echter Longplayer ist.

Chamäleon heißt der Song und ist die erste Single des ersten Albums der Band mit den tausend Gesichtern. Hard­rock, Punk, Indie, Psychedelic – mischen sie zu ihrer ganz eigenen Soße zusammen. Beim Songcontest Die Rampe holten sie den zweiten Platz – Chamäleon ist ein Einser-Kandidat: reißt mit, vielseitig und mit einem richtig geilen Breakdown.

Auf der Textebene geht’s um Anpassung – Veränderung der Anderen zu Liebe. Wie ein Chamäleon sich an seine direkte Umgebung anpasst, machen’s auch viele Menschen, ohne auf sich und mal in sich selbst zu hören. „Am Ende bist du eh allein, dann kannst du auch verdammt bunt sein“, schreit Sängerin Muriel Herth am Ende des Songs heraus. Und dann kommt endlich die Pointe, es löst sich auf: Aus „für dich schmeiß ich mich täglich in neue Farbtöpfe rein“ wird „für mich“. Schluss mit dem Anpassen, den gesellschaftlichen Zwängen, Schluss mit dem so sein, wie es andere gern hätten.

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Chamäleon
Elektrosauna
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Platte des Monats