Die aktuelle Corona-Chronik: Das Sars-CoV-2-Virus hat Freiburg im Griff und ein Ende der Ausbreitung ist nicht in Sicht Gesundheit | 19.03.2020 | Lars Bargmann & Philip Thomas

Von einem Fischmarkt im mehr als 8620 Kilometer entfernten chinesischen Wuhan hat sich das Coronavirus seinen Weg bis nach Südbaden gebahnt. Die Folgen in Freiburg sind leere Supermarktregale, geschlossene Büros und Unsicherheit in der Bevölkerung. Die Ereignisse der Pandemie im Protokoll.

31. März
Die Stadt Jena in Thüringen plant eine Mundschutz-Pflicht. „In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden“, heißt es in einem Papier aus dem Rathaus.
Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität ist die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland auf 66.885 gestiegen. 645 Menschen sind im Bundesgebiet bisher an Covid-19 gestorben.
Das Freiburger RKK Klinikum bereitet sich auf eine „Corona-Welle“ vor. Das Klinikum hält acht Prozent seiner 489 Betten als Intensivbetten für Covid-19-Patienten vor. „Der hohe Anteil an Beatmungsplätzen lässt sich bei Bedarf noch weiter ausbauen“, so Stephan Sorichter, Chefarzt der auf die differenzierte Diagnostik und Therapie aller Erkrankungen der Atemwege und der Lunge spezialisierten Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Die Kapazitäten sollen mehr als verdoppelt werden.
Der Freiburger Arbeitsmarkt zeigt sich von der Corona-Pandemie bisher unbeeindruckt. Im Agenturbezirk waren zum 12. März 12.989 Männer und Frauen ohne Arbeit. Die Quote sank um 0,1 Punkte auf 3,5 Prozent. Die Auswirkungen des Corona-Virus auf den regionalen Arbeitsmarkt ließen derzeit sich noch nicht seriös einschätzen. Was wir jetzt erleben ist ein Novum. Wir haben dazu keine Erfahrungen. Ich bin trotzdem sehr zuversichtlich. Die Betriebe machen das Richtige und sichern über Kurzarbeit die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten. Etliche Betriebe haben das in unserem Bezirk bereits angezeigt. Die staatlichen Hilfen werden angenommen. Wir setzen alles daran, dass Leistungen schnell ausgezahlt werden“, sagt Christian Ramm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg.

30. März
Der Ölpreis fällt auf den niedrigsten Stand seit 2002.
Laut einer Umfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) wird jede vierte Firma in Deutschland in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit anmelden.
Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) steigt die Zahl der Infektionen in Deutschland um 4751 auf 57.298.

26. März
Das RKI zählt 7.283 Infizierte in Baden-Württemberg, eine Steigerung von 1.214 zum Vortag. Bekannt sind im Bundesland 56 Todesfälle. Deutschlandweit gibt es 36.508 Erkrankte, davon haben 198 Menschen Covid-19 nicht überlebt. In Freiburg gibt es sieben Tote.

25. März
RKI-Präsident Lothar Wieler schätzt, dass die Anzahl der in Deutschland genesenen Patienten bei mindestens 5.600 liegt.

20. März
Das Freiburger Rathaus beschließt ein Betretungsverbot von öffentlichen Plätzen vom 21. März bis zum 3. April. Oberbürgermeister Martin Horn begründet die Entscheidung folgendermaßen: „Der Bick zu unseren Nachbarn zeigt, wie rasant sich die Situation verschlimmern kann. Dort sterben immer mehr Menschen. Uns ist bewusst, dass diese schwerwiegende Entscheidung deutliche Einschränkungen auf das Leben der Freiburgerinnen und Freiburger haben wird.“

19. März
Die Europäische Zentralbank (EZB) plant, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise mit einem 750-Milliarden-Euro-Paket abzufedern.
Bayern Ministerpräsident Markus Söder zieht eine Ausgangssperre für den Freistaat in Betracht: „Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein.“
Die Freiburger Polizei löst sogenannte „Corona-Partys“ im Stadtgebiet auf. Bei den Teilnehmern handelt es sich vornehmlich um Jugendliche und Heranwachsende. Teilweise zeigen sich die jungen Menschen nach ausgesprochenen Platzverweisen uneinsichtig.

18. März
Das Robert-Koch-Institut stuft die gesundheitliche Gefährdung durch das Coronavirus in Deutschland als „hoch“ ein.
In Deutschland landen rund 7500 Bundesbürger, die aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen nicht mehr in die Heimat zurückkehren konnten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel wendet sich erstmals in ihrer 15-jährigen Amtszeit in einer Fernsehansprache direkt ans Volk: „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.“

17. März
Der europäische Fußballverband UEFA verschiebt die EM auf 2021.
Landesweit treten Schulschließungen bis zum Ende der Osterferien in Kraft.
Laut der US-amerikanischen John Hopkins Universität gibt es in Deutschland 7.689 bestätigte Corona-Fälle. 20 Menschen sind an der Krankheit gestorben, 67 sind wieder genesen.
In Frankreich tritt eine Ausgehsperre in Kraft. Vor die Tür darf nur, wer berufliche, medizinische oder versorungstechnische Gründe hat. Auch sportliche Aktivitäten in der Nähe der eigenen Wohnung sind für Einzelpersonen gestattet.
Der Freiburger Mundenhof schließt seine Pforten.
Volkswagen kündigt an, die Produktion in deutschen Werken auszusetzen.

16. März
Bayern ruft den Katastrophenfall aus.
Clubs, Bars, Schwimmbäder oder Spielhallen, aber auch Sport- und Spielplätze oder Fortbildungsstätten sollen geschlossen werden. Ab Mittwoch sollen außerdem alle Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung beitragen, geschlossen werden. Ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken, Drogerien und Tankstellen.
In Freiburg und im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald sind 103 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In Baden-Württemberg gibt es 1.105 Infizierte.

15. März
Es wird bekannt, dass ab Montag, 16. März, die Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz teilweise geschlossen werden. Pendler und den Warenverkehr sind davon ausgenommen.

14. März
Veranstaltungen und Versammlungen ab 50 Personen sind seitens des Freiburger Rathauses bis vorerst 20. April untersagt. Alle städtischen Museen, die Schwimmbäder sowie das Planetarium bleiben geschlossen.

13. März
Die Stadt Freiburg untersagt alle Veranstaltungen – öffentliche wie private – mit einer Teilnehmerzahl ab 50 Personen. Die Anordnung gilt zunächst bis zum 20. April um 24 Uhr.
Ebenfalls bis zum 20. April bleiben bleiben die Städtischen Museen, die Städtischen Bäder inklusive des Eugen-Keidel-Bads und das Planetarium geschlossen. Außerdem stellt das Theater Freiburg den Spielbetrieb ein.
In Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sind es mittlerweile 41 Infizierte. Hinzukommen 29 Fälle, in denen es noch keine regionale Zuordnung gibt.
„Angesichts der Dynamik des heutigen Tages mit neuen Corona-Infektionen und entsprechenden Verdachtsfällen in direktem Zusammenhang mit der Bundesliga und 2. Bundesliga“ hat die Deutsche Fußball Liga beschlossen, den 26. Spieltag in beiden Ligen zu verlegen. Außerdem empfiehlt das Präsidium der DFL der am Montag tagenden Mitgliederversammlung „den Spielbetrieb beider Ligen ab dem kommenden Dienstag bis einschließlich 2. April, also dem Ende der Länderspiel-Pause, auszusetzen.“
Die Vorlesungssäle und Seminarräume der Albert-Ludwigs-Universität bleiben bis zum 19. April geschlossen. Auch die UB schließt ihre Pforten.

12. März
Der CDU-Parteitag wird wegen des Corona-Virus verschoben. „Zudem gilt zunächst bis Ostern für alle öffentlichen Veranstaltungen der Bundespartei in und außerhalb des Konrad-Adenauer-Hauses: Veranstaltungen, die keine hohe Dringlichkeit haben und nicht zwingend jetzt stattfinden müssen, werden verschoben oder digital durchgeführt“, heißt es in der Erklärung Annegret Kramp-Karrenbauers.
Am frühen Donnerstagmorgen vermeldet das Gesundheitsamt Baden-Württemberg insgesamt 18 Corona-Infizierte in Freiburg. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sind es 19 weitere Fälle.
Der Freiburger Mundenhof bittet Erkrankte und Gäste aus Risikogebieten, auf einen Besuch zu verzichten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die deutsche Bevölkerung auf, wo immer es gehe, auf Sozialkontakte zu verzichten.

11. März
In Baden-Württemberg gibt es 277 bestätigte Fälle. In ganz Deutschland zählt das RKI 1296 Infizierte.
In Deutschland gibt es das dritte Todesopfer: Im Kreis Heinsberg in NRW ist ein Mann an Covid-19 gestorben.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt vor die Presse: „Experten zufolge können 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden.“ Aktuell ginge es laut der Kanzlerin darum, Zeit zu gewinnen.
Spahn sieht Deutschland mit 28.000 Intensivbetten, davon 25.000 mit Beatmungsgeräten, in Relation zur Bevölerkung „gut  bis sehr gut“ ausgestattet. Um diese Kapazitäten zu erhalten sei es allerdings notwendig, Großeveranstaltungen abzusagen.
Das RKI erklärt das Elsass zum Risikio-Gebiet.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet das Corona-Virus als Pandemie – also ein weltweiter Ausbruch einer neuen Krankheit.

10. März
Auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden verbietet das Freiburger Rathaus alle Veranstaltungen in der Stadt mit mehr als 1000 Teilnehmern. Die Regelung gilt vorerst bis zum 31. März.
Der Freistaat Bayern untersagt vom 11. März bis zum 19. April Zuschauer bei Großveranstaltungen.
„Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen für Bahnkunden keinerlei Einschränkungen“, erklärt die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung.

9. März
Das Virus greift in den Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga ein: Die Partien Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln, Borussia Dortmund – FC Schalke und Werder Bremen – Bayer Leverkusen werden ohne Publikum stattfinden.
Am Universitätsklinikum Freiburg hat sich ein Patient vermutlich über einen ihn direkt aufsuchenden Besucher während des Klinikaufenthalts mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der Patient ist isoliert. 30 Beschäftigte aus unterschiedlichsen Berufsgruppen müssen vorübergehend zu Hause bleiben. Der Stationsbetrieb könne laut Klinik trotz des personellen Engpasses aufrechterhalten werden.

8. März
Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg steigt auf 199.
In Freiburg schließt das Deutsch-Französische Gymnasium aufgrund des regen Austauschs mit der Risikoregion Mulhouse vorerst bis zum 22. März.
In Waldkirch trifft es das Geschwister-Scholl-Gymnasium, in Rheinhausen die Grundschule und zwei Kindergärten. In Jechtingen einen Kindergarten. Trotz Corona meldet die Freizeitmesse in Freiburg 15.000 Besucher. Weltweit sind mehr als 107.000 Menschen infiziert, mehr als 3600 am Virus gestorben.

7. März
Spahn rät von „nicht notwendigen“ Reisen nach Nordrhein-Westfalen ab.
Die Zahl der mit dem Corona­virus infizierten Menschen in Deutschland steigt auf 684.
Erstmals schwebt in Deutschland ein Mensch in akuter Lebensgefahr: Das Universitätsklinikum Münster meldet einen Corona-Patienten auf der Intensivstation.

6. März
In Deutschland gibt es mehr als 350 Infizierte. In Lahr schließt das Max-Planck-Gymnasium für zwei Wochen.

5. März
In der Schweiz stirbt der erste Mensch an Covid-19: Die 74-Jährige war chronisch krank. Das Robert-Koch-Institut erklärt Südtirol zum Risikogebiet. Die Regio-Messe in Lörrach wird abgesagt.

4. März
In Baden-Württemberg gibt es 65 bekannte Infektionen.
In Italien werden alle Schulen und Universitäten elf Tage lang geschlossen. Das Land zählt 3000 Infizierte und mehr als 100 Todesfälle. Bundes­gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht in einer Regierungs­erklärung erstmals von einer Pandemie, einer länderübergreifenden Ausbreitung einer Krankheit. Die Arbeitsagentur Freiburg meldet: „Das Corona-Virus kann durch Lieferengpässe oder Schutzmaßnahmen bei Betrieben erhebliche Arbeitsausfälle verursachen. Sollten diese Arbeitsausfälle mit einem Entgeltausfall verbunden sein, ist ein Ausgleich mit Hilfe des  Kurzarbeitergeldes möglich.“

3. März
Die Zahl der Infizierten steigt in Deutschland auf 150. Laut Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn besteht „Grund zur Sorge, aber nicht zu Panik.“ Alle sechs infizierten Freiburger seien in einem stabilen Gesundheitszustand. Infektionsketten können nachvoll­zogen werden. Der OB begrüßt chilli-Redakteur Philip Thomas zur Pressekonferenz mit dem „Corona-Gruß“ per Ellenbogen.
Die Freiburger Software­schmiede United Planet sagt die am 12. März geplante Veranstaltung Portal Visions mit mehreren hundert Gästen im Konzerthaus ab.

2. März
Die Freiburger Uniklinikum meldet einen Notstand von Blutreserven. „Wir sind gezwungen, planbare Operationen bei Patient*innen der Blutgruppe 0 nach Möglichkeit zu verschieben“, so Markus Umhau, Ärztlicher Leiter der Blutspende­zentrale: „Wir appellieren an die Menschen in Freiburg und Umgebung, zur Blutspende zu kommen.“

1. März
Das Robert-Koch-Institut stuft die Gesundheitsgefahr weiterhin als „mäßig bis gering“ ein. Die Automobil-Messe in Freiburg verzeichnet einen Besucherrückgang von knapp 20.000 auf 14.000 Besucher. Andere Veranstaltungen in der Region werden abgesagt. (Mehr zu den wirtschaftlichen Folgen durch Sars-CoV-2 in der aktuellen Ausgabe des business im Breisgau.) Das Freiburger Rathaus meldet: „Inzwischen sechs Fälle in Freiburg bestätigt.“ Vier im Stadtgebiet, zwei im Landkreis.
OB Horn: „Es besteht weiterhin kein Grund zur Panik. Aktuell gibt es keinerlei Einschränkungen für den Kita-, Schul- und Verwaltungsbetrieb.“

29. Februar
In Freiburg kommt es zu Hamsterkäufen. Supermarktregale sind leer. Begehrt sind Pasta, Klopapier und Konserven. In Apotheken fehlen ­Desinfektionsmittel und Mundschutze.
In Bayern klagen zahlreiche Arztpraxen über fehlende Schutzkleidung.

28. Februar
In Berlin wird die ITB abgesagt. In der Schweiz alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern.
Das Freiburger Universitätsklinikum bereitet sich mit Personal und Infrastruktur auf weitere Infektionen vor. Eine Koordinierungsstelle aus Polizei, Katastrophenschutz und Gesundheitsamt wird gebildet. Die Aktie des Schutzmasken-Herstellers „Alpha Pro Tech“ ist innerhalb eines Monats um 370 Prozent gestiegen.
Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn bittet die Bürgerinnen und Bürger um Besonnenheit: „Das Corona-Virus ist ein Grund zur Sorge, aber kein Grund zur Panik. Wir haben vor Ort eine der besten Uni-Kliniken in Deutschland. Auch die Behörden sind auf diese Herausforderung vorbereitet. Wir haben unseren Allgemeinen Pandemieplan schon vor Wochen aktualisiert, und unser Verwaltungsstab tagt regelmäßig, übrigens schon bevor der erste Fall bestätigt wurde.“

27. Februar
Deutschlandweit sind 46 Fälle bekannt. Auch Hamburg ist nun auf der Infektionskarte zu finden. An Flughäfen müssen auch Reisende aus Südkorea, Japan, Iran und Italien den Aufenthaltsort angeben.
Das Sozialministerium Stuttgart meldet den ersten Infizierten in Freiburg. Im Bereich Breisgau-Hochschwarzwald gibt es zwei bestätigte Fälle. Alle drei werden in der Uniklinik in Freiburg behandelt. Angesteckt haben sie sich auf einer Geschäftsreise in München. Die betroffene Freiburger Firma Thermo Fischer mit 250 Mitarbeitern wird geschlossen.

26. Februar
Rheinland-Pfalz meldet den ersten Infizierten. Der Soldat hatte Kontakt zum Patienten aus NRW. In Baden-Württemberg werden weitere ­Infektionen bestätigt. Das Freiburger Rathaus verschickt eine erste Presse­erklärung: „Das Corona- Virus (COVID-19), das ­inzwischen auch in Europa um sich greift, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in kurzer Zeit auch Freiburg erreichen.
Bisher gibt es in Freiburg keine bestätigten Fälle. Anfang Februar hat das Amt für Brand- und Katastrophenschutz den bislang gültigen Allgemeinen Pandemieplan der Stadt Freiburg überarbeitet und angepasst. Eine speziell eingerichtete Koordinierungsstelle mit Experten aus Ortspolizeibehörde, Unterer Katastrophenschutzbehörde und Gesundheitsamt ist bestens vorbereitet. Sie stimmt sich regelmäßig ab und informiert die Öffentlichkeit. Die Koordinierungsstelle stellt bereits unterhalb der Katastrophenschwelle eine gegenseitige Information und Abstimmung her, auch um die politischen Mandatsträger auf dem Laufenden zu halten.“
Bereits am Vormittag hatte die Uni Freiburg gemeldet, dass die Forscher Wolfgang Maier und Björn Grüning zusammen mit Forschenden von Unis in Belgien, Australien und den USA alle bisher verfügbaren Daten zu Sequenzen des neuartigen Coronavirus überprüft und auf der Open-Source-Plattform Galaxy veröffentlicht haben.
Die beiden Freiburger Bioinformatiker wollen damit den Daten­austausch zwischen den Behörden, Instituten und Laboren, die sich mit dem Virus beschäftigen, vereinfachen. Ihr Vorgehen und die Ergebnisse haben die Freiburger Forschenden auf dem Portal bioRxiv dokumentiert. Forschenden steht damit nun weltweit über ein Netzwerk von Galaxy-Servern in Europa, den USA und Australien nicht nur die Auswertung der Daten, sondern gleichzeitig auch die wissenschaftliche Infrastruktur für eigene Analysen von COVID-19-Daten zur Verfügung. Damit lassen sich in Zukunft neuveröffentlichte Daten innerhalb von Stunden neu analysieren und mit den bisherigen Daten vergleichen.

25. Februar
Die Lungenkrankheit kommt in Baden-Württemberg an. Im Landkreis Göppingen wird ein 25-Jähriger Mann mit Covid-19 diagnostiziert. Er war vorher in Italien. Auch in Nordrhein-Westfalen wird die erste Infektion bestätigt. Der Patient hat auf einer Karnevals­veranstaltung mehrere Menschen angesteckt.
Der Dax ist im Vergleich zum Vormonat um 5,82 Prozentpunkte gefallen. Der Geschäftsführer des ­Wirtschaftsverbands Industrieller Unternehmen in Baden, Christoph Münzer, sagt in einer Presseerklärung: „Der wirtschaftliche Schaden wird lokal wie global massiv sein.“

24. Februar
Der Karneval in Venedig fällt aus.

22. Februar
In Italien werden elf Städte und Gemeinden unter Quarantäne gestellt. Im gesamten Land sind 130 Infektionen und zwei Todesfälle bekannt.

19. Februar
China meldet mehr als 2000 Todesopfer. Die Regierung spricht von mehr als 74.000 Infizierten.

17. Februar
Japan bestätigt weitere 99 Fälle auf dem unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“. Das seit zwei Wochen festgesetzte Schiff im Hafen von Yokohama hat mit 454 Infizierten die meisten bekannten Corona-Fälle außerhalb Chinas. Europa meldet derweil den ersten Todesfall: In einer Klinik in Paris erliegt ein 80-jähriger chinesischer Tourist der Lungenkrankheit.

13. Februar
In der chinesischen Provinz Hubei springt die Zahl der Toten sprunghaft auf 1310. Der Anstieg ist auf ein neues Diagnoseverfahren zurückzuführen. Infiziert sind rund 48.000 Patienten.

6. Februar
Der mittlerweile erkrankte Entdecker von Covid-19, der Arzt Li Wenliang, stirbt an den Folgen des Lungenvirus.

2. Februar
120 Bundesbürger wurden aus Wuhan ausgeflogen. Sie werden 14 Tage lang auf einem Luftwaffenstützpunkt in Germersheim unter Quarantäne gestellt. Zwei Infektionen werden nachgewiesen und in der Uniklinik Frankfurt behandelt.

31. Januar
Die US-Regierung spricht eine Reisewarnung für China aus. Die Zahl der Infizierten steigt sprunghaft auf knapp 9700. Am Monatsende verzeichnen die Behörden 213 Tote.

30. Januar
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft den Notstand aus. Binnen einer Woche hat sich die Zahl der Infizierten verzehnfacht.

29. Januar
Lufthansa streicht alle China-Flüge.

28. Januar
Sars-CoV-2 erreicht Deutschland. In einer bayerischen Firma wird der erste Fall öffentlich. Der Betrieb wird geschlossen, bei 14 weiteren Angestellten wird das Virus ebenfalls festgestellt.

25. Januar
In Frankreich sind drei Infizierte mit dem Coronavirus bestätigt. Alle drei sind laut Gesundheitsministerium in China gewesen.

23. Januar
Die chinesische Regierung riegelt die Millionenstädte Wuhan und Huanggang ab. Straßen und der Flughafen werden gesperrt. Innerhalb von zehn Tagen soll ein Krankenhaus für 1000 Patienten gebaut werden.

3. Januar
Der WHO werden 44 Erkrankte gemeldet.

30. Dezember 2019
Im Zentralkrankenhaus im chinesischen Wuhan informiert der Arzt Li Wenliang seine Kollegen über sieben Patienten, die mit Verdacht auf ein neuartiges SARS-Virus behandelt werden.

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