Der Sounddreck zum Wichteln STADTGEPLAUDER | 24.12.2016
Kennen Sie ihn noch, den guten alten Grabbelsack? Den von früher? Die Jüngeren denken bestimmt, das ist eine unangenehme Geschlechtskrankheit. Nein, weit gefehlt. Der Grabbelsack war der Vorläufer dessen, was man heute „Wichteln“ nennt. In den Grabbelsack, gemeinhin ein gebrauchter Kartoffelsack aus kratziger Jute, wurden in der schönen Vorweihnachtszeit Geschenke getan, die dann ungesehen herausgezogen werden konnten.

Wahlweise griff man zu einem prima Geschenk oder in ein zuvor ausgiebig benutztes Taschentuch. Der Grabbelsack war also eine Mischung aus Wichteln und „Schandwichteln“ bevor es zur totalen Wichteldiversifizierung kam. So ist heute die Rede von „Räuberwichteln“, „Würfelwichteln“, „Zufallswichteln“, „Gedichtwichteln“ bis hin zum „Sexwichteln“ etc. etc.
Das aus dem Schwedischen stammende Wichteln, bei dem der „Wichtel“ (!) die Geschenke bringt, hat unseren Markt überflutet. Würde es beim Wichtel bleiben, wäre das noch zu vertreten. Kommt allerdings Musik hinzu, wird es bedrohlich. Ein Fake-Wichtel namens Gniechel veröffentlichte folgende Zeilen:
„La-La, La-La, Lalalala, Lalala,
La-La, La-La, Lalalala, Lalala”
Ein kleines Membranophon, auch Kasoo genannt, untermalt diese Lyrics, die folgendermaßen angeprisen werden: Geht es euch einmal nicht gut oder seid ihr schlecht gelaunt, dann singt Gniechels Wichtelsong und alles ist gut.
„La-La, La-La, Lalalala, Lalala,
La-La, La-La, Lalalala, Lalala”
Und nochmal
„La-La, La-La, Lalalala, Lalala,
La-La, La-La, Lalalala, Lalala”
Wir sind schlecht gelaunt.

Für Ihre Geschmackspolizei Freiburg, Benno Burgey
Titel: Gniechels Wichtelsong
Urheber: Gniechel
Jahr: 2013









