Politisches Piano – Lecorbabe setzt auf Harmonien und Haltung Kultur | 12.04.2026 | Till Neumann
Sphärisch und virtuos: Korbinian „Korbi“ Pflug am Klavier
Musik zum Träumen und Wegschweben. Das bietet das Debütalbum des Freiburger Pianisten Lecorbabe. Der 28-jährige Autodidakt hat zwölf Songs auf „Bohei“ gepackt. Sein Neoklassik-Sound soll Gefühl transportieren – und ihn über Freiburg hinaus bekannt machen.
„Meine Mama hat mal zu mir gesagt: Geh zum Klavierunterricht.“ Das erzählt Korbinian Pflug aka Lecorbabe. Er war damals in der 2. Klasse. „Früher habe ich mich gut belabern lassen“, erinnert er sich. Also war die Antwort: „Okay, dann mach ich das halt.“
Wer „Bohei“ hört, merkt schnell: Die Entscheidung war richtig. Was „Korbi“ – wie ihn Freunde nennen – den Tasten entlockt, lässt aufhorchen. Das klingt nach Schwerelosigkeit, Melancholie, aber auch nach Hoffnung. „Ich spiele ruhige, treibende Klaviermusik – das Album transportiert Gefühl“, beschreibt es der Musiker.
Seine Fähigkeiten hat er sich größtenteils selbst beigebracht. Täglich sitzt er im Home Studio am Piano, arbeitet sich ins Universum der Tonarten und Klänge ein. Beim Improvisieren entstehen Puzzleteile. Die setzt er nach und nach zusammen. Manchmal dauert das zwei Jahre – wie beim für ihn wichtigsten Song: „Chef d’Œuvre“. Übersetzt heißt das Meisterwerk, sein „Aushängeschild“, wie er sagt.
Erst als der Song stand, war ihm klar: Er bringt ein Album raus. Ein wichtiger Schritt, schließlich hatte er schon vor einigen Jahren eins aufgenommen und als CD an Freund*innen verteilt. Erst jetzt fühlt er sich als Musiker und bereit dafür.
Aufgetreten ist er unter anderem im Artik, im Stadtgarten oder für sein Releasekonzert im Dreikönigscafé. Zuletzt brillierte er bei der „Gala gegen Rechts“ im Vorderhaus. Auch wenn seine Musik rein instrumental ist, nennt er sie politisch. „Ich bin ein sehr einfühlsamer Mensch, jede Melodie sagt etwas über den Menschen dahinter aus.“ Vor dem Hintergrund sei seine Musik auch ein Statement.
Für „Korbi“ ist klar: „Ich möchte ein Künstler sein, der Haltung zeigt.“ Auch deswegen gibt’s seine Songs überall zu streamen, außer auf der umstrittenen Plattform Spotify. Sein Wunsch ist, über Freiburgs Stadtgrenzen hinaus aufzutreten. Das überzeugende Debüt dürfte ihm dabei behilflich sein.
Foto: © Tim Hà










