Horche Se Mol! – „Die Fasnet hat Zukunft“ Horche se mol | 21.02.2025 | Marianne Ambs
Theo Schindler, Narrenmeister des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte, freut sich auf die Fasnacht. Einige große Umzüge in der Region mussten jedoch wegen der Bundestagswahl am 23. Februar abgesagt werden.
Was sind Ihre Highlights in der aktuellen Fasnachtssaison?
Am 6. Januar hat bei uns im Verband die Fasnetzeit begonnen. Wir werden die Fasnet auch dieses Jahr mit Herzblut leben und feiern. Wir freuen uns auf einige Jubiläen von Verbandszünften, zum Beispiel in Gutach im Elztal und in Burkheim am Kaiserstuhl. Eine große Veranstaltung ist der Rosenmontagsumzug der Breisgauer Narrenzunft in Freiburg und im Dreiländereck der „Große Umzug s’Tal ab“ in Wehr.
Was haben Sie gedacht, als Sie vom Wahltermin am Sonntag vor dem Schmutzige Dunschdig erfahren haben?
Dass die Bundestagswahl zu diesem Zeitpunkt stattfindet, ist natürlich nicht ideal. Wie groß der Umfang der Absagen und Umlegungen von Veranstaltungen ist, müssen wir durch eine Umfrage bei den Zünften noch feststellen. Einige Umzüge, etwa in Merdingen und Müllheim, wurden abgesagt. Grundsätzlich ist es aber wichtig, dass die Menschen zur Wahl gehen. Ich bin überzeugt, dass man Lösungen oder Ausweichtermine für viele Veranstaltungen findet.
Viele Traditionsvereine haben es zunehmend schwer. Hat die alemannische Fasnacht im Dreiländereck eine Zukunft?
Ich denke, dass ist nicht nur bei Traditionsvereinen der Fall, sondern eher ein generelles Problem der Gesellschaft. Dies liegt zum einen am fehlenden Willen, sich an einen Verein zu binden, zum anderen ist es aber auch – und da muss man die Politik in die Verantwortung nehmen – ein Problem des personellen und finanziellen Aufwands, der Regulierungen und Vorschriften, die uns immer mehr einengen. Was unsere Fasnet im Dreiländereck betrifft, kann ich durch Berichte aus unseren Verbands-Zünften sagen, dass fehlender Nachwuchs kein Problem ist. Der Verband unterstützt die aktive Jugendarbeit in unseren sechs Vogteien und in den Zünften. Wir vermitteln unserer Jugend, was die Fasnet ist und wie wichtig es ist, Brauchtum zu pflegen. Ja, die Fasnet hat eine Zukunft. Aber nicht, ohne etwas dafür zu tun!









