Ausbildung fix – Zukunft offen: Warum es trotz Vertrag zur Umorientierung kommt Jobstarter | 07.01.2026 | Bibb/f79
Viele suchen weiter: Trotz eines laufenden Arbeitsvertrags schauen sich nicht wenige weiter um.
Für viele Betriebe bleibt es eine große Herausforderung, passende Auszubildende zu finden. Doch selbst ein unterschriebener Ausbildungsvertrag bedeutet nicht automatisch, dass die Ausbildungsstelle sicher besetzt ist. Eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), basierend auf der BA-BIBB-IAB-Bewerberstudie 2024, zeigt: Einige Jugendliche suchen auch nach Vertragsabschluss weiter – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Zwischen Optimierungswunsch und Unsicherheit
Von den Befragten, die sich bereits in Ausbildung befanden oder ihre Ausbildung noch nicht begonnen hatten, suchte rund jede*r Zwanzigste trotz bestehendem Vertrag weiter. Das ist zwar kein Massenphänomen, angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels jedoch durchaus bedeutsam. Am häufigsten nannten die Jugendlichen als Grund, dass der unterschriebene Vertrag von Beginn an nur die „zweite Wahl“ war – sei es wegen des Berufs, des Betriebs oder der Vergütung. Außerdem berichteten viele von Unsicherheiten darüber, ob sie sich wirklich für die richtige Ausbildung entschieden haben.
Mehr Orientierung und stärkere Bindung
Um sowohl die Entscheidungssicherheit als auch die Passgenauigkeit zwischen Auszubildenden und Betrieben zu erhöhen, sollten Unternehmen den gesamten Rekrutierungsprozess bewusst gestalten. Dazu gehören ein transparentes und wertschätzendes Bewerbungsverfahren, Möglichkeiten für Praktika sowie Preboarding-Angebote, die die Bindung zwischen Vertragsunterzeichnung und Ausbildungsstart stärken.
Die Ergebnisse machen außerdem deutlich, dass viele junge Menschen selbst nach Vertragsabschluss noch orientierungssuchend sind. Deshalb ist laut den Autor*innen auch die Bildungspolitik gefordert, Maßnahmen zur Berufsorientierung und Beratung weiter auszubauen.








