Bock auf Wirtschaft – Juljana hat Industriekauffrau bei Ruch Novaplast gelernt – jetzt studiert sie Robotik Jobstarter | 26.10.2026 | Till Neumann

Juljana Erst Ausbildung, jetzt Studium: Juljana bleibt dennoch Teil der Firma.

Schon in der Schule hat Juljana Kindt gemerkt, dass ihr Wirtschaftsthemen liegen. Den Ausbildungsplatz bei Ruch Novaplast fand sie aber auf den letzten Drücker. Zwei Jahre später hat sie viel gelernt, den Abschluss in der Tasche und spezialisiert sich im Studium auf Robotik.

Ihr Abitur hat Juljana auf einem Technischen Gymnasium gemacht. „Ich hatte viel Spaß an Wirtschaftsunterricht – und war da ziemlich gut drin“, erzählt die 21-Jährige. Also war klar: Sie will im Business-Bereich Karriere machen. Am besten mit einer praxisorientierten Ausbildung. „Nochmal nur im Unterricht sitzen, das hätte mir nicht gepasst.“

Im Netz machte sie sich schlau. Schnell stieß die Südbadenerin auf den Ausbildungsberuf Industriekauffrau. Die Bewerbungen schrieb sie aber erst nach den Abiprüfungen. Dennoch hatte sie Glück: Die Ruch Novaplast GmbH aus Oberkirch suchte genau ihr Profil: eine Kandidatin mit Abi für eine zweijährige Ausbildung.

2024 ist Juljana dort gestartet. In den ersten Wochen lernte sie den Empfang kennen. Da wartete eine große Hürde: „Ganz am Anfang war das Schwierigste für mich tatsächlich das Telefonieren.“ Noch in der Schule hatte sie sich oft davor gedrückt. Jetzt ging das nicht mehr. „Ich glaube, das ist generell in meiner Generation ein relativ großes Problem, aber man kommt da recht schnell rein“, sagt Juljana.

Ruch Novaplast entwickelt Komponenten, Baugruppen und Systeme basierend auf Partikelschäumen. Dazu zählen Motorradhelme, Medizintechnik oder ressourcenschonende Wärmepumpenelemente. So ziemlich alle Bereiche der Firma hat Juljana als angehende Industriekauffrau kennengelernt. Am besten gefallen hat es ihr in der Vorprojektierung: „Das war sehr spannend.“ Denn der technische Anteil war groß dort. Sie konnte Angebote schreiben, war mit Verpackungen oder Werkzeugbelegungen beschäftigt.

Die eineinhalb Tage Schule pro Woche meisterte sie meist mit links. „Wenn man Abitur hat, ist man da eh schon recht gut drauf vorbereitet.“ Mathe werde beispielsweise nur auf grundlegendem Niveau benötigt, anspruchsvoller sei der Wirtschaftsteil: „Da muss man gewillt sein, auch mal Sachen auswendig zu lernen.“

Die Stimmung im Betrieb beschreibt Juljana als toll. „Man lernt wirklich viel, kriegt sehr viele Einblicke und ist bei allen Prozessen mittendrin. Man sieht wirklich jeden Bereich.“ Zu ihren Highlights zählen zudem die Azubiausflüge.

Im Sommer hat Juljana ihre Ausbildung abgeschlossen. Nun macht sie den nächsten Schritt mit einem „Studium Plus Trainee“ in Offenburg: Sie startet dort den Bachelor „Mechatronik und Autonome Systeme“ an der Hochschule – bleibt aber mit einem Bein in der Firma. Denn das Studienmodell ist an einen Betrieb gekoppelt. In den Semesterferien ist sie weiterhin bei Ruch Novaplast und arbeitet mit. Daher verdient sie auch im Studium schon Geld.

Ihre Perspektive: „Dass ich im Bereich Robotik arbeite.“ Robotik ist bei Ruch Novaplast bereits ein wichtiges Zukunftsthema. Gleichzeitig gibt es in diesem Bereich noch viel Potenzial, Prozesse weiterzuentwickeln und neue Anwendungen zu erschließen. Wenn Juljana in vier Jahren fertig ist, hat sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie kennt die Abläufe im Unternehmen. Und hat an der Hochschule jede Menge Know-how gesammelt.

Info 

www.ruch.de/karriere

Foto: Ruch Novaplast GmbH