Der Hitze zum Trotz: Gutedelcup 2019 in Badenweiler GASTRO & GUSTO | 23.05.2019 | Tanja Senn

Eine hohe Qualität und gute Mengen: Der Gutedeljahrgang 2018 ist trotz extremer Hitze und Trockenheit sehr gut ausgefallen. Das haben die Qualitäts- und Selektionsweine beim Gutedel Cup im Kurhaus Badenweiler unter Beweis gestellt.

„Die Winzer liefen auf einem schmalen Grat zwischen Top und Flop“, sagt Markus Büchin im Hinblick auf den Extrem­sommer. Trotzdem zeigte sich der Vorstandsvorsitzende des Markgräfler Wein e. V. und Besitzer des Weingutes Büchin in Schliengen hochzufrieden mit den angestellten Weinen der Jahrgänge 2017 und 2018. Diese Meinung teilt auch die 20-köpfige Jury aus Sommeliers, Kellermeistern, Önologen, Fachhändlern, Gastronomen und Journalisten aus Deutschland und der Schweiz. Sie hat nun die besten Gut­edelweine aus dem Markgräflerland, aus der sächsischen Weinregion Saale-Unstrut und der Schweiz ausgezeichnet.

Ganz oben auf dem Treppchen standen 2018 in der Kategorie „QbA trocken“ der „2018 Heitersheimer Maltesergarten Ecovin“ des Weinguts Feuerstein, in der Kategorie „Kabinett trocken“ der „2018 Laufener Gutedel“ des Winzerkellers Auggener Schäf eG, in der Kategorie „Gutedel süß“ der „Freiburger Steinler Eiswein“ vom Weingut Faber in Freiburg-St. Georgen und in der Kategorie „Selektion trocken“, dem internationalen Gutedel Cup, der „2018 Römerberg Gutedel“ vom Weingut Julius Zotz aus Heitersheim.

Neu beim Wettbewerb ist das Weingut Wolf aus Sulzburg, das mit einem „2017 Chasselas“ gleich den 10. Platz in der Kategorie „Selektion trocken“ erhalten hat. Der Schweizer Eiswein „2017 Blanc de Glace“ von der Gregor Kuonen Caveau de Salquenen AG erreichte in der Kategorie „Gut­edel süß“ einen beachtlichen zweiten Platz.

Edler Tropfen, Enge Entscheidung

Die Winzer mussten sich gegen eine beachtliche Konkurrenz durchsetzten. 206 Weine gingen in diesem Jahr ins Rennen. Davon wurden 75 in der Kategorie „QbA trocken“, 31 in der Kategorie „Kabinett trocken“, 20 in der Kategorie „Gutedel süß“ sowie 80 in der Kategorie „Selektion trocken“ angestellt. Besonders eng war die Entscheidung in der Kategorie „QbA trocken“, bei der sogar ein Stechen notwendig war.

2018 war jedoch nicht nur für den Anbau ein gutes Jahr: Da der Gutedel frisch und fruchtig sowie nicht so alkohollastig ist wie andere Weine, greifen viele Genießer an heißen Tagen gerne zu diesem leichten Tropfen. Der Gutedel war damit der „Gewinner“ des Jahres. Und damit auch das Markgräflerland: Nachdem die älteste Kulturrebe der Welt in Deutschland bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts angebaut wurde, entwickelte sich das heutige Markgräflerland über die Jahrhunderte zum Hauptanbaugebiet.

Heute wachsen hier die Reben auf rund 1050 Hektar. In Saale-Unstrut erstreckt sich der Anbau auf fast 30 Hektar. Europaweit wachsen Gutedelweine auch in Frankreich (Elsass, Savoy und Loiretal), in Rumänien, Ungarn, Tschechien und insbesondere in der Schweiz. Hier spielt er in den französischsprachigen Gebieten Westschweiz und Wallis mit einer Anbaufläche von rund 4000 Hektar eine dominante Rolle. Im Wallis heißen die Weine meist Fendant, in den übrigen Gebieten Chasselas.

Foto: © Markgräfler Wein e.V.

Löfflers Winzerhof | Strauße im Markgräflerland