Mit Mandoline, Blockflöte und Akkordeon: The Hooters begeistern auf dem ZMF Musik | 21.07.2025 | David Pister
The Hooters Frontmann Eric Bazilian
Die Hooters feiern 2025 ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum. 1980 gegründet, gelingt ihnen 1983 mit dem Album Amore der Durchbruch – und mit „All You Zombies“ ein Hit, der bis heute mitschwingt. Nach einer längeren Pause ist die Band seit Anfang der 2000er in neuer Besetzung wieder aktiv. Ihr Alter merkt man ihnen kaum an – dafür ihre ungebrochene Spielfreude.
Straight from Philadelphia, Pennsylvania
Ein schräger Vogel mit breitem US-amerikanischen Akzent und Baseball-Trikot kündigt sie an: „Ladies and Gentleman! Straight from Philadelphia, Pennsylvania: The Hoooooooters“. Es ist 21 Uhr im Badische Zeitung Zelt auf dem ZMF. Draußen färbt die Sonne die wegziehenden Gewitterwolken in warmes Orange, drinnen betreten die Oldies – bejubelt von noch mehr Oldies – die Bühne.
„Wir haben viele Songs dabei, wir müssen uns ranhalten“, sagt Eric Bazilian, der nicht nur singt und Gitarre spielt, sondern im Laufe des Abends auch zur Blockflöte, Melodica und Mundharmonika greifen wird. In 45 Jahren kommt eben einiges zusammen – mehr als nur die Klassiker „Johnny B“, „All You Zombies“ oder „Satellite“.
Aber klar ist auch: Genau wegen dieser Songs sind viele gekommen. Bei den neueren Titeln wird es ruhiger im Publikum – was Bazilian nicht unkommentiert lässt. „Sei nicht so leise“, ruft er auf Deutsch und schiebt hinterher: „Deine Mutter war es auch nicht.“ Ob der Spruch zündet oder verstanden wird, sei dahingestellt – lauter wird es jedenfalls.
Deutsch-Kurs beim Rock-Konzert
Bazilian bemüht sich um deutschsprachige Einsprengsel – sehr zur Freude der Menge. Jedes Jahr will er ein neues Wort lernen, sagt er. „Ein oder eine“, fragt er. „Ein!“, ruft das Publikum unisono. Bazilian ist Entertainer des Abends, aber auch Keyboarder Rob Hyman sucht die Nähe zum Publikum. Gemeinsam mit Schlagzeuger David Uosikkinen gehören die beiden zur Originalbesetzung.
Musikalisch lässt sich die Band in keine Schublade pressen: Rock trifft auf Ska, Reggae auf Folk. Mal erklingt eine Mandoline, mal ein buntes Akkordeon. Besonders viel Spaß machen die Blasinstrumente – das Intro von „Johnny B“ etwa spielt Bazilian auf der Blockflöte, begleitet von der Mandoline. Auch die Mundharmonika kommt regelmäßig zum Einsatz, ebenso wie die Melodica – eine Art Blas-Klavier.
Die Hooters sind Multiinstrumentalisten durch und durch. Und sie zeigen, was sie können – in ausgedehnten Soli. Sogar das Schlagzeug bekommt einen eigenen großen Auftritt – da überlassen die übrigen Bandmitglieder dem ansonsten im Hintergrund stehenden Instrument die Bühne.
Ein Konzert, bei dem man tanzen, mitsingen und sich verlieben kann – charmant, nostalgisch und voller Energie. Nur eine Frage bleibt am Ende offen: Wie schafft es Frontmann Eric Bazilian mit 72 Jahren so verdammt jung auszusehen?









