Zucker, Power und Romantik: Fatcat brillieren beim ZMF Musik | 19.07.2023 | Till Neumann
Dreht auf im Spiegelzelt: Sänger Kenny Joyner von Fatcat
Neun Musiker, viel Funk und geballte Energie: Die Freiburger Band Fatcat hat am Dienstag im ausverkauften Spiegelzelt des ZMF gespielt. Die Crew um Frontmann Kenny Joyner hat das Publikum mit Klassikern und Songs vom neuen Album „More Sugar“ zum Tanzen gebracht. Und gezeigt: Der Star ist die Mannschaft.
Dauergrinsen und mitklatschen
Stillstehen ist schwierig, wenn Fatcat aufdrehen. Schon im Intro bounct die ganze Truppe auf der Bühne, als wäre es die letzte Zugabe. Keine Frage: Die neun Musiker haben Bock auf Action. Los geht’s mit „Candy Pink“ und „Body Lotion“. Joyner fordert das Publikum immer wieder zum Mitklatschen auf. Und muss nicht lange bitten. Die Stimmung ist geladen ab den ersten Takten. Dafür sorgt auch die Performance der Band: Hier wird dauergegrinst, getanzt und gescherzt. Schade nur, dass der Sound im hinteren Teil des rummelvollen Zeltes etwas dünn kommt. Gerade bei den dreistimmigen Bläserlinien.
Fatcat nennen ihre Musik Power Funk. Doch mit „Broken Place“ gibt’s auch eine Piano-Ballade zum Träumen. Auf die Zwölf kommen dafür die Gute Laune-Songs „2 Sexy“ oder „Feel Good“. Mitßreißend bleibt auch die Zugabe „My Way Home“, einer der ersten Songs, den die Band in ihrer zehnjährigen Geschichte geschrieben hat. Minutenlang baut er sich immer weiter auf und reißt mit. Das begeistert auch einen treuen Fan, der hin und weg ist. „Fatcat ist und bleibt der weltbeste Live-Act!“, schwärmt der Freiburger.
Alle dürfen glänzen
Die Freiburger Funker waren Voract von Chaka Khan, Jamie Cullum, Anastacia oder La Brass Banda. Als Headliner spielen sie bei Festivals im In- und Ausland. Mehr als 500 Shows haben sie gerockt. Darunter auch beim legendären Montreux-Jazz-Festival. Ihrer Spielfreude tut das keinen Abbruch. Mit beeindruckender Euphorie präsentieren sich die Männer beim Heimspiel. Eigentlich sind es acht. Ein Percussionist ist für die Freiburg-Show ergänzend dabei. Die Bühne ist dafür schon fast zu klein.
Die Show zeigt auch: Ein Teil des Erfolgs ist das Prinzip „der Star ist die Mannschaft“. Neben Joyner dürfen auch alle anderen glänzen und bekommen Platz für Soli. Mal die Gitarre, dann die Drums, dann die Bläser, dann der Bass. Dafür rotieren die Musiker auf der Bühne wie ein sich ewig drehender Kreisel. Das Publikum dankt mit Applaus und die Katzen feiern sich dafür gegenseitig. Als Special Effekts gibt’s außerdem Nebelfontänen und eine Konfettikanone. Party ist hier garantiert – mit einer virtuosen Band und einem stimmgewaltigen Frontmann. Einziger Wermutstropfen: Die Texte geraten da schnell mal in den Hintergrund.
Honig oder Kerze
More Sugar heißt die neue Platte. Gezuckerte Power gibt’s live für das bunt gemischte Publikum im Spiegelzelt – geschätzte 15 bis 65 Jahre jung. Wem das nach der Show nicht reicht, der bekommt am Merchandise-Stand den passenden Honig. Aus der Region, wie die Band betont. Und für romantische Stunden gibt’s eine Katzen-Kerze on top.
chilli Bildergalerie
Fotos: © Till Neumann
Kleines Baby, große Liebe: Fatcat wollen international durchstarten









