Wipfelstürmer – Eichhörnchen im Herbst Natur & Umwelt | 13.09.2025 | Birgit Maier
Eichhörnchen faszinieren nicht nur durch ihr possierliches Aussehen, sondern auch mit ihren akrobatischen Darbietungen in den Bäumen. Sie gehören zur Familie der Hörnchen und bilden eine eigene Gattung. Diese umfasst weltweit 28 Arten. In Deutschland ist nur das Europäische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) anzutreffen, dessen Fellfärbung von Rot über Braun bis hin zu Schwarz reicht.
Im Jahresverlauf wechseln Eichhörnchen ihr Fell. Das Sommerfell hat wenig Unterhaar und ist glänzend, während das Winterfell eine dicke Unterwolle aufweist und insgesamt grauer wirkt. Außerdem wachsen dem Hörnchen zum Winter hin Haarpinsel auf den Ohren. Diese fallen beim Wechsel zum Sommerfell dann wieder aus.
Die Tasthaare (Vibrissen), die man am Maul deutlich sehen kann, sind wahre Sinneswunder und unterstützen die Tiere bei der Orientierung in den Baumwipfeln. Der Puschelschwanz dient sowohl der Wärmeregulation, zum Zudecken und Wärmen in Ruhepausen, zum Balancieren beim Klettern, als Steuerruder beim Springen und hat bei der Kommunikation eine große Bedeutung. Auch die Pfoten können Eichhörnchen geschickt einsetzten. Das Klettern an der Baumrinde gelingt damit sogar kopfüber.
Die kleinen Nager sind tagaktiv und stehen früh bei Sonnenaufgang auf. Allerdings gibt es auch Langschläfer, die ein oder zwei Stunden länger in ihrem Nest, dem sogenannten Kobel, verbringen. Nachdem sie den Morgen über aktiv waren, legen sie zur Mittagszeit eine Siesta ein, um dann ein paar Stunden vor Sonnenuntergang noch einmal sehr lebhaft und quirlig die Helligkeit des Tages zu nutzen. Bei einbrechender Dunkelheit kehren sie zurück in den Kobel.
Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf, sondern nur eine Winterruhe: Sie erwachen alle paar Tage aus dem Schlaf und verlassen dann für ein paar Stunden ihr schützendes Nest, um auf die Suche nach ihren versteckten Nahrungsvorräten zu gehen.
Eichhörnchen sind typische Waldbewohner und bevorzugen Nadelwälder. Aber auch in Obstgärten und Parkanlagen finden sie sich zurecht. Ihr Nahrungsangebot reicht von Baumsamen, Knospen, Nüssen, Früchten bis hin zu Vogeleiern. Eichhörnchen lieben Pilze, und zwar auch solche, die für uns Menschen ungenießbar oder sogar giftig sind.
Herbstzeit ist Sammelzeit
Im Herbst beginnen die kleinen Nager, ihre Vorräte für den Winter zu verstecken. Sie vergraben dann verschiedene Nüsse, Eicheln oder Kastanien tief in der Erde. Ab Oktober wird der Tag vom Einsammeln von Futter bestimmt. Bis zu 2500 Nüsse sollen sie für einen Winter sammeln. Viele dieser Verstecke finden sie jedoch nicht wieder, und so beginnen die Vorräte im Boden zu keimen. Damit tragen die kleinen Nager zur Verjüngung unseres Waldes bei.

Der buschige Schwanz der Eichhörnchen ist ein echtes Multifunktionstool der Natur.









