35 Millionen für neues Rettungszentrum – Freiburgs Bürgermeister kritisieren Landesförderung Bauen & Wohnen | 16.02.2026 | Jannis Jäger
Zum Richtfest kam die ganze
Blaulichtfamilie zusammen.
Mit dem Richtfest für den Gebäudeteil H hinter der Hauptfeuerwache an der Eschholzstraße ist das neue Freiburger Rettungszentrum einen entscheidenden Schritt weiter. Vertreterinnen und Vertreter von Feuerwehr, DRK, Maltesern, Bergwacht, DLRG und der Tauchergruppe Pinguine kamen zusammen, um den Rohbau des Multifunktionsgebäudes zu feiern – ein rund 35 Millionen Euro schweres Gesamtprojekt.
Nach rund zehn Jahren Vorlauf soll das Rettungszentrum nun im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb genommen werden. Baubürgermeister Martin Haag zeigte sich beim Richtfest zuversichtlich: Zeitplan und Kostenrahmen würden eingehalten.
Das Raumprogramm ist umfangreich: Eine Fahrzeughalle für DRK und Malteser, eine Sporthalle für die Feuerwehr, Übungs- und Lagerräume, Büros, Sozialbereiche, Lehrsäle sowie ein Speisesaal mit Küche. Eine besondere Rolle spielen die neuen Schulungsräume. Diese werden künftig tagsüber von Stadtverwaltung und Berufsfeuerwehr genutzt, abends stehen sie Hilfsorganisationen zur Verfügung. Damit entfällt die bisherige Praxis, externe Seminarräume für einzelne Termine anzumieten. Zwar entstehen dadurch keine neuen Räume für andere Nutzungen im Stadtgebiet, für die Stadtkasse bedeutet es aber eine spürbare Entlastung: Rund 60.000 Euro jährlich für externe Raummieten werden künftig eingespart.
Oberbürgermeister Martin Horn zeigte sich erfreut ob dieses wichtigen Schritts für die Sicherheit der Freiburger. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, um die geringe Förderung durch Land und Bund zu kritisieren. Trotz der hohen Investitionssumme flössen nur geringe Zuschüsse – lediglich 655.000 Euro bestätigte Haag. Der Grund: Das Freiburger Rettungszentrum passe in keine bestehende Förderstruktur. Finanz- und Feuerwehrbürgermeister Stefan Breiter schloss sich der Kritik an, fügte hinzu: Das Projekt könne zum Vorbild für ähnliche Zentren werden, über Freiburg hinaus.

Im Rettungszentrum wird es auch Tagungsräume etwa für Schulungen geben.
Mit dem Neubau ergeben sich für die Stadt zudem neue Perspektiven an anderen Standorten. So kann das stadteigene Katastrophenschutzzentrum an der Schönauer Straße, in dem bislang DRK und Malteser untergebracht waren, nach dem Umzug grundsätzlich neu genutzt werden, erklärt Pressesprecher Toni Klein.
In früheren Beschlüssen war vorgesehen, das Grundstück mit einer Fläche von rund 2570 Quadratmetern zu „verwerten“ und so zur Refinanzierung des Rettungszentrums beizutragen. Auf Basis des Bodenrichtwerts würden Einnahmen von etwa 640.000 Euro erwartet. Inzwischen gibt es jedoch auch Überlegungen, das Gebäude anders zu nutzen: Der Gemeinderat hat bereits Haushaltsmittel für eine Machbarkeitsstudie zu einer möglichen sogenannten „Musikzentrale“ an diesem Standort bereitgestellt. Gespräche dazu sollen in den kommenden Monaten stattfinden.
Weitere Flächen werden ebenfalls frei. Bergwacht und Tauchergruppe Pinguine waren bislang in Garagen an der Tellstraße untergebracht, einer Immobilie der Freiburger Stadtbau. Dieser Mietvertrag endete zum 30. Juni 2025. „Über die weitere Verwendung ist uns nichts bekannt“, so Klein.
Zudem haben DLRG und Tauchergruppe Pinguine Flächen in der Katastrophenschutzhalle am Mundenhof aufgegeben. Dort sind aktuell noch weitere Einheiten untergebracht, die im Laufe des Jahres ebenfalls ausziehen sollen. Danach steht die Halle für die Weiterentwicklung des Mundenhofs zur Verfügung.
Die Einsatzeinheiten von DRK und Maltesern nutzten bislang Räume an ihren jeweiligen Organisationsstandorten. Wie diese Flächen künftig verwendet werden, liegt in der Verantwortung der jeweiligen Organisationen selbst.










