Stadtbau setzt Startschuss – 130 von 550 Wohnungen im Zinklern baut die Stadt-Tochter Bauen in Baden | 19.03.2026 | Lars Bargmann
Direkt am neuen Quartiersplatz: 60 Eigentumswohnungen
und eine Kita werden in diesem Gebäude Platz haben.
Zügig“, so stand es in der Urkunde zur Eingemeindung des Dorfes Lehen in die Stadt Freiburg, soll das Gebiet „Im Zinklern“ zwischen südlichem Ortsrand und Dreisam bebaut werden. Man schrieb das Jahr 1971. Nun hat die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) auf zwei Grundstücken die Vorarbeiten für insgesamt rund 130 Wohnungen gestartet. Insgesamt soll im rund 20 Fußballfelder großen Neubaugebiet Wohnraum für 1400 Menschen entstehen. Derzeit hat Lehen um die 2500.
550 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, darunter 100 öffentlich geförderte, sowie 32 Reihenhäuser und Doppelhaushälften. Das ist mehr als nur ein Schluck aus der Pulle für den Stadtteil tief im Westen von Freiburg. 130 Einheiten nimmt die FSB nun in Angriff. Am künftigen Quartiersplatz entstehen auf Grundlage des Entwurfs des Freiburger Büros Böwer Eith Murken Hautau Winterhalter Architekten rund 60 Eigentumswohnungen auf einer fünfgruppigen Kita im Erdgeschoss.
Und auf einem zweiten Grundstück am südlichen Quartiersrand hat das Büro Appels Architekten aus Zürich ein Gebäudeensemble als Holzhybridkonstruktion entwickelt, in dem rund 70 geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen Platz finden. Insgesamt schafft die Stadtbau rund 10.000 Quadratmeter Wohnfläche, die über umweltfreundlichere Fernwärme versorgt werden sollen. Und wird dafür nach Informationen der Redaktion mindestens 40 Millionen Euro investieren.
Bevor aber für Menschen gebaut werden kann, muss zunächst die Zauneidechse umgesiedelt werden. So will es das Gesetz. Was der Zauneidechsen-Migrationspakt die Stadtbau kosten wird, ist unklar. „Die Kosten für artenschutzrechtliche Maßnahmen belaufen sich in der Regel auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag“, sagt FSB-Sprecherin Stefanie Bersin. Zum Vergleich: Bevor im Freiburger Neubaugebiet Kleineschholz die Bagger anrollen durften, mussten dort die Mauereidechsen umgesiedelt werden. Kosten: 900.000 Euro.
„Wir freuen uns sehr, dass wir das Baugebiet Zinklern mitentwickeln und im neuen Wohnquartier im äußersten Westen als eine der ersten Akteurinnen ein attraktives, modernes und zukunftsorientiertes Angebot schaffen können“, so die FSB-Geschäftsführer Magdalena Szablewska und Matthias Müller. Die Stadtbau darf aus politischen Gründen nur 25 Prozent Eigentumswohnungen bauen. In Lehen sind es fast 50. Die Quote gilt aber nicht projektbezogen, sondern für die Offensive FSB 2030 mit insgesamt 2500 neuen Wohnungen bis eben 2030. Der Baubeginn für die beiden Gebäude erfolgt im kommenden Jahr.
Die meisten Flächen im Lehener Neubauquartier gehören der Unmüssig-Gruppe und der Treubau aus Freiburg, das Freiburger Rathaus hat selbst etwa ein Viertel. Der Familienheim Freiburg gehört ein 6600 Quadratmeter großes Grundstück. Die Baugenossenschaft wird voraussichtlich 2028 loslegen, wenn sie ihr Neubauvorhaben in Umkirch abgeschlossen hat. Wie die Stadtbau ist auch die Familienheim ein Garant für möglichst günstige Mieten.
Dass im dörflich geprägten Lehen mal fünfgeschossig gebaut wird, hätte das politische Freiburg noch vor zehn Jahren verstört. Ist aber nachvollziehbar und steht im Einklang mit den Leitmotiven des Freiburger Perspektivplans: Dort, wo hochwertige Freiflächen in der Nähe sind, vertragen Quartiere auch höhere bauliche Dichten.
Visualisierung: © Böwer Eith Murken Hautau Winterhalter Architekten PartG mbB









