Beats und Pizza zwischen Einkaufsriesen STADTGEPLAUDER | 18.08.2016
Eine neue Cafébar eröffnet in der Wasserstraße 10 im Quartier Unterlinden. Ein bisschen suchen muss man die Beatzzeria. Kein Spot, an dem man vorbeiläuft. Die versteckte Lage findet Barbetreiber Lù Guida gerade gut, „damit es kein Touri-Ding wird“. Mit „Pizza ohne Ramsch“ und Ein-Euro-Espresso will er ein bisschen frischen Wind in die Ecke bringen. Gemütlich wird es auf jeden Fall, die Bar ist 28 Quadratmeter klein.
„Lasciatemi cantare“ tönt es aus kleinen Außenboxen in die unbelebte Straße. Dem italienischen Schlager folgend landet man in einem zimmergroßen Raum. Drinnen sitzt Lù Guida mit Strohhut und Streifenshirt, als wäre er nur kurz vom Strand rüber geschlappt. Hinter Einkaufsriesen richtet er seine Beatzzeria ein: irgendwas zwischen Bar, Café und Imbiss. „Die letzten sechs Wochen habe ich hier Architekt und Designer gespielt“, sagt er stolz. Die Bar ist schick geworden, geschmackvoll, ganz Italien hat Guida in den kleinen Raum gepackt – hier die Madonna, dort der Knoblauch und in der Mitte die Kaffeemaschine.
„Ich musste was anderes machen, weg von den Hochzeiten.“ Nach dem Film- und Fotografiestudium in Rom hat Guida sein Geld mit dem Ablichten frisch vermählter Paare verdient. Der Fotograf ist in Deutschland aufgewachsen, seine Familie stammt jedoch aus den Abruzzen – und lebt für das Essen. „Ich koche wahnsinnig gern.“ Und was? „Italienisch auf jeden Fall.“ Am liebsten hat der 35-Jährige Olivenöl um sich herum.
„Pizza al taglio“ soll es in der Beatzzeria geben. Pizzastücke vom Blech aus dem Elektroofen, belegt mit Kartoffeln, Tomate-Mozzarella oder Tomate. Je nach Wunsch aufpimpbar. Dazu ein Schuss Öl aus den Abruzzen von den Olivenbäumen der Cousine. Guidas Vorstellung von der perfekten Pizza ist genau: Niemand könne das besser, als la Mamma. „Da bin ich total im Klischee drin“, spricht Guida aus, was man denkt. „Der Boden ist das Wichtigste, unten knackig und oben soft“, erklärt er. Seit Tagen testet Guida dafür Mehl: „Das ist wie mit Kaffee, der Mahlgrad ist sehr wichtig.“ Nicht nur das. Der Teig muss vier Tage gehen. So ist er besser bekömmlich, denn dann gärt die Hefe im Magen nicht weiter.
Noch ein Italiener also? „Die meisten wissen gar nicht, was eine richtig gute Pizza ist“, sagt Guida. Der Ruf der Pizza sei abgesackt. Mammas Pizza soll das ändern. Spätestens ab Anfang September kann man sich selbst davon überzeugen. Alles gibt es „to go“ oder vor Ort, wenn man Platz findet. Im Herbst will Guida auch das zweite Versprechen, das er mit dem Barnamen gibt, erfüllen: Einmal im Monat soll an einem noch unbekannten Ort ein DJ die Platten der Gäste auflegen, um Mitternacht gibt es ein Stück Pizza dazu. Und fertig ist die Beatzzeria.
Text: Julia Gnann / Fotos: © Julia Gnann
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