Bobbele wird Statue: klein, süß, selten STADTGEPLAUDER | 26.10.2017

Freiburg hat kein Wappenzeichen. Dennoch steht das Bobbele gefühlt für die Stadt im Breisgau. Doch was ist das Bobbele? Und wie sieht es aus? Judtih Velminski und Sabine Kuhn haben sich das gefragt und eine Boobele-Figur entworfen. Süß, schlicht und irgendwie nach Freiburg soll sie aussehen. Für kleines Geld ist sie nicht zu haben.

Putzig: Die Bobbele-Figuren gibt es in unterschiedlichen Farben zu kaufen.

Eine Krone, fünf Bommel auf dem Kopf. Die Figur ist kegelförmig, das linke Bein schwingt barfuß über dem Bächle: Das Freiburger Bobbele ist nicht länger nur ein Begriff. Judith Velminski (Kulturjournalistin) und Sabine Kuhn (Freie Autorin und Fotografin) haben ihm ein Gesicht gegeben. Bei einer Pressekonferenz haben sie das „Geheimnis“ ums Bobbele am heutigen Donnerstag gelüftet.

In zwei Varianten gibt’s die Figur ab morgen zu besichtigen und zu kaufen: 16 oder 45 Zentimeter groß. Gesicht und Körper bieten viel freie Fläche. Die einfarbigen Figuren können bemalt oder anderweitig gestaltet werden – und so Charakter erhalten. Die Grundfarben sind Blau, Pink oder Gold. Gebaut hat die Figuren Thomas Wenzel, Chefdesigner der Königlich-Preußischen Porzellanmanufaktur.

Da es noch keine Sponsoren gibt, ist die Auflage klein: Von beiden Größen gibt’s 50 Stück. Deshalb sind die Preise hoch. 229 Euro kostet das kleine Bobbele, 1.950 Euro das große. Wer nicht auf Figuren steht, kann sich eine Tasse, einen Sportbeutel und Siebdrucke mit dem Bobbele kaufen.

Bobbelemacher: Sabine Kuhn und Judith Velminski

Bevor Sabine Kuhn und Judith Velminski ihr Bobbele entworfen haben, ging’s erst mal ans Recherchieren: Woher kommt das Wort eigentlich? „Der Begriff hat sehr oft etwas mit Freiburg zu tun“, sagt Velminski.

Es gibt verschiedene Thesen, woher der Begriff kommt. Zum Beispiel hieß der erste Rektor Freiburgs Franz Joseph Bobbele, seine Schüler wurden Bobbele genannt.

Auch die Legende „Elisabeth-Krankenhaus“ handelt davon: Nur, wer im Elisabethkrankenhaus als Kind von zwei Freiburgern geborgen wird, ist ein echtes Bobbele. 1980 ging zudem Boris Becker als das Bobbele in die Presse ein. Der ehemalige Tennisstar kommt aus dem Leimen in Nordbaden. Irgendwie gibt es also eine Verbindung zwischen Bobbele und Freiburg. Selbst der Duden übersetzt den Begriff als „Übername der Bewohner von Freiburg“.

Das Bobbele

Meist werde Bobbele als Form der Verniedlichung verwendet, erklärt Velminski. Wie so ein Bobbele aussieht, erfährt man aber nicht. Mit ihren Entwürfen, zu finden auf bobbele.art, wollen sie der Figur einen Körper geben. Schlicht und geschlechtsneutral soll er sein – und eine „Identifikation im Stadtraum Freiburg schaffen“, sagt die Kulturjournalistin. Die Bommel in Kreuzform auf der Krone stehen für Freiburg: entstanden aus dem Freiburger Wappen und dem historischen Schwarzwaldhut. „Außerdem wollten wir für Freiburg das Bächle dabei haben“, erklärt sie.

Ab dem morgigen Freitag, 27. Oktober, kann die Figur im Museum für Stadtgeschichte in Freiburg besichtigt werden. Bis zum Sonntag, 26. November 2017, ist sie dort zu sehen. Außerdem gibt es einen Überblick über die Kulturgeschichte des Begriffs Bobbele und zur Entstehung der Figur. „Ich bin selbst ein Bobbele“, sagt Peter Kalchthaler, der Leiter des Museums für Stadtgeschichte. Daher war es naheliegend, dass der Startschuss des Bobbeles in diesem Museum stattfindet. Er selbst wurde schon oft gefragt, was das Bobbele sei. Nun gibt es die Antwort darauf.

Die Bobbele-Tafel

Wo: Museum für Stadtgeschichte, Wentzingerhaus, Münsterplatz 1, 79098 Freiburg

Wann: 27. Oktober bis 26. November 2017

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Im Netz: bobbele.art.

Kooperationspartner: Konditorei Café Schmidt, der Rahmen-Laden, Buchhandlung Rombach

Text und Fotos: Jasmin Bergmann