CD-Rezi: „Satyagraha“ von True Punch Kultur | 28.04.2020 | Liliane Herzberg

True Punch

Das zweite Album der Freiburger Band True Punch entführt in eine alte, schummrige Kneipe, die Wände voller Plakate von ewig-jungen Rocklegenden, der Tischkicker klebrig, die Toiletten bekritzelt mit Verewigungen. E-Gitarre, Drums und Bass in altbekannter Vereinigung schaffen einen düsteren Sound. Dazu die rotzige Stimme des Sängers und schnell wird klar: Die Stücke der fünf Musiker können nicht leise gehört werden. Erst wenn der Lautstärkeregler auf Anschlag steht, kommt die Wucht der simplen Lines zum Ausdruck.

Textlich sind die Lieder nicht besonders scharfsinnig. Es geht um einfache Probleme: In „Trousers“ sucht der Sänger vergeblich seine Hose, in „Bitch“ gibt er sich verletzt und beschimpft eine Frau: „You’re a stupid cow now, B.I.T.C.H.“ und in „DOG 25“ singt er über einen ihm zugelaufenen Hund. Hier besticht besonders der Refrain: „Wuff wuff“.

Für Metal-Heads und Freunde energiegeladener Exzesse ist „Satyagraha“ ein augenzwinkerndes Album zum Dampfablassen. Ironisch werden die Problemchen des Lebens auf den Arm genommen. True Punch liefern weder Stoff zum Nachdenken noch verführen sie zum Schunkeln, sondern lassen selbst hartgesottene Headbanger ordentlich außer Puste kommen.

True Punch

True Punch
Satyagraha
Rock/Crossover/New Metal
2 von 5 chilli-Schoten