Geschmackspolizei: Der Sounddreck zum Fietz-Fasten Kultur | 13.03.2019 | Ralf Welteroth

„Fasten heißt, sich selbst etwas Gutes tun. Fasten heißt, sich selbst etwas Gutes tun. Fasten heißt, sich selbst etwas Gutes tun “. Ist ja gut. Nein, eben nicht, denn diese Zeilen werden mantraartig an die hundert Mal wiederholt, unterlegt von einer seichten esoterischen Kakophonie.

Verantwortlich dafür zeichnet einer der Säulenunheiligen des christlich übermotivierten Lieds, Siegfried Fietz. In den 60er- und 70er-Jahren schon mit seinem Fietz-Team berühmt-berüchtigt für solch epochale Verbrechen wie „Countdown zur neuen Welt“ (Gott ist nicht tot, auch wenn kein Astronaut ihn sah …).

Unter einem gruselig-groovigen Beat-Deckmäntelchen verbarg sich damals schon Anti-Evolutions-Mucke in Rein- und Reimform.

Mit dem Label Abakus-Musik bringt Familie Fietz (Mutter Barbara im Vertrieb, Sohn Oliver als williger Musikant beziehungsweise Handlanger der Eltern und der „Pate“ Siegfried Fietz himself) weiterhin ihre Ware unters Volk und scheut sich dabei nicht, die Kleinsten, unschuldige Kinder, mit gefährlichem Stoff anzulocken, wie zum Beispiel mit dem Kindermusical „Fünf Brote und zwei Fische” (J-E-S-U-S, oh ja, Gott ist immer für uns da).

Kriminelle Familienclans beherrschen anscheinend bestimmte Teile Deutschlands, dieser gehört dann definitiv dazu und sollte nicht länger unbeobachtet bleiben. Tun Sie sich deshalb etwas Gutes, und machen Sie mit beim Fietz-Fasten!

Hungrig grüßt, für Ihre Freiburger Geschmackspolizei,
Ralf Welteroth