Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste: Toxische Beziehung 4Film | 22.10.2023 | Erika Weisser

Szene Ingeborg Bachmann

Vor 50 Jahren starb Ingeborg Bachmann unter rätselhaften Umständen. Den Tod hat Margarethe von Trotta im Film jedoch nicht inszeniert. Zwar deutet sie ihn in einer kurzen Szene an, doch widmet sie sich hauptsächlich der Vorgeschichte einer Trennung, an der die Lyrikerin zerbrach: ihrer vier Jahre währenden Beziehung zu Max Frisch.

Schon der Einstieg ist alptraumhaft: Als das Telefon klingelt, hebt Bachmann ab und fragt den Anrufer, wann er wiederkomme, ob sie zu ihm kommen solle? Einzige Erwiderung ist ein schallendes, sich steigerndes Lachen. Dann entfaltet sich die Geschichte in zwei parallelen Bewegungssträngen zurück – bis zur ersten Begegnung der beiden. Die wesentlichen Ereignisse ihrer toxi­schen Beziehung kommen ins Bild – im Wechsel mit Szenen von Bachmanns Reise nach Ägypten, bei der die auch Jahre nach der Trennung noch schwer angeschlagene Dichterin ihrem Begleiter Alfred Opel ihre Sicht der Dinge darlegt.

Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste
A / Ch / D / L 2023
Regie: Margarethe von Trotta
Mit: Vicky Krieps, Ronald Zehrfeld u. a.
Verleih: Alamode
Laufzeit: 110 min
Kinostart: ab 19. Oktober

Fotos: © Alamode