Crescendo – #makemusicnotwar – Fast geglücktes Experiment Kinonews | 16.01.2020 | Erika Weisser

Im Auftrag der „Stiftung für effektiven Altruismus“ bereitet der weltberühmte Frankfurter Dirigent Eduard Sporck mit jungen palästinensischen und israelischen Musikern ein Konzert vor, mit dem diese das  Abendprogramm bei neuerlichen Friedensverhandlungen gestalten sollen. 

Dabei erweisen sich die Zweifel am Gelingen des Experiments, die der Maestro von Anfang an hegte, schon bei den Vorspielen in Tel Aviv als begründet: Unter den zahlreichen Bewerbern für das Kammerorchester herrscht außer der üblichen Kollegen-Konkurrenz auch ein extrem vorurteilsbeladenes Misstrauen, das oft in blanken gegenseitigen Hass umschlägt. Vergeblich versucht Sporck, als Sohn eines KZ-Ärzte-Ehepaars aus Auschwitz selbst tief traumatisiert, Verständnis für- und Kommunikation miteinander aufzubauen. Als die Proben vom Zentrum des politischen Konflikts weg nach Südtirol verlegt werden, gelingt ihm das zwar allmählich. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Engagierter Film mit starker Botschaft.

Foto: © Camino

Crescendo – #makemusicnotwar
Deutschland 2018
Regie: Dror Zahavi
Mit: Peter Simonischek, Sabrina Amali, Bibiana Beglau u.a.
Verleih: Camino
Laufzeit: 102 Minuten
Start: 16. Januar 2020