Zum Kinostart: Das Tagebuch der Anne Frank: Chilli verlost 3 Anne-Frank-Gesamtausgaben aus dem Fischer-Verlag Kinonews | 01.03.2016

Frisch von der Berlinale, wo der Film seine Weltpremiere feierte, kommt „Das Tagebuch der Anne Frank“ am Donnerstag, 3. März in die deutschen und damit auch in die Freiburger Kinos. 71 Jahre nach Anne Franks Tod Anfang März 1945 ist erstmals eine deutsche Kinoproduktion zum Schicksal des jüdischen Mädchens entstanden, das wegen seiner Aufzeichnungen im Versteck vor den Nazis weltweit bekannt ist und Generationen von Schülerinnen und Schülern das Grauen der Gewaltherrschaft vor Augen führte. Bis heute.

Das Drehbuch schrieb der renommierte Autor und Produzent Fred Breinersdorfer; Regie führte Hans Steinbichler. Entstanden ist ein ausgezeichneter einfühlsamer und engagierter Film, dem weltweite Beachtung zu wünschen ist. Er orientiert sich sehr eng am Original-Tagebuch und anderen persönlichen Aufzeichnungen der damals 13- bis 15-Jährigen, ihrer Familie und anderen Zeitzeugen. Er kommt damit einem Mädchen sehr nah, das den Krieg und die Enge und Ungewissheit des Verstecks erlebt, das aber auch Zukunftspläne schmiedet, mit den Eltern und der Schwester streitet und sich erstmals verliebt. Trotz ihrer ausweglosen Situation und den damit verbundenen Ängsten hält sie an ihren Hoffnungen, und Träumen fest.

Die Geschichte ist bekannt: Wegen der unsicheren Lage der Juden in Deutschland emigriert die Familie Frank von Frankfurt am Main nach Amsterdam. Anne, ihr Vater Otto, ihre Mutter Edith und ihre Schwester Margot versuchen hier, eine neue Heimat zu finden und ein ganz normales Leben zu führen. Und es gelingt auch einigermaßen – doch dann besetzen die Deutschen die Niederlande. Als Margot einen Aufruf zur Deportation ins Arbeitslager erhält, beschließt Otto Frank, mit der Familie abzutauchen. Denn für eine erneute Flucht ins Ausland ist es zu spät.

Mit Hilfe seiner Sekretärin Miep Gies und anderen Mitarbeitern hat er hierfür schon seit Wochen das Hinterhaus seines Firmensitzes in der Prinsengracht 263 als Versteck vorbereitet. Etwas mehr als 50m² sind von nun an das Zuhause der Familie Frank und kurze Zeit später auch der Unterschlupf von Hans, Petronella und Peter van Daan sowie Albert Dussel. Die Hinterhausbewohner leben in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt sind das Radio, Miep Gies und die anderen Helfer. Und dennoch finden sie auch im Hinterhaus zu einem Alltag: Es wird gelacht, geweint, gestritten und sich versöhnt.

Anne Frank, die Jüngste unter ihnen, entdeckt neugierig, was es bedeutet, erwachsen zu werden. In ihrem Tagebuch, das sie zum 13. Geburtstag von ihrem Vater geschenkt bekommt, hält sie ihre Gedanken, Ängste und Sehnsüchte fest. Eindringlich und analytisch kommentiert und dokumentiert sie Erlebnisse und Ereignisse ihrer Zeit. Die Angst, die Hoffnung, die vielleicht bald bevorstehende Befreiung.

Dass es zu dieser nicht mehr kam, wissen wir. Denn am 4. August 1944, steht die Gestapo von der Tür. An der Rampe in Auschwitz wird Anne von ihrem Vater losgerissen – er wird als Einziger den Holocaust überleben. Und schließlich nach dem Krieg ihre Tagebücher finden und als Buch herausgeben.

Es ist den großartigen Schauspielern zu verdanken, dass aus dieser Geschichte, die fast jeder kennt, trotzdem ein packender Spielfilm wurde. Allen voran Lea van Acken, die das Mädchen mit all seinem Überschwang, seiner jugendlichen Maßlosigkeit und Verletztheit glaubwürdig verkörpert. Spannend ist der Film aber auch, weil er immer wieder den im Tagebuch formulierten Gedanken und Sehnsüchten des Mädchens folgt und die Kammerspiel-Situation verlässt – die Außenansicht zur Innensicht macht.

In einer der letzten Aufzeichnungen Anne Franks heißt es . „ich will fortleben, auch nach meinem Tod.“ Mit diesem wunderbaren Fil ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.

Text: Erika Weisser / Fotos: © 2015 Universal Pictures Int.

Das Tagebuch der Anne Frank
Deutschland 2015
Regie: Hans Steinbichler
Mit: Lea van Acken, Ulrich Noethen, Martina Gedeck, Stella Kunkat u.a.
Verleih: Universal Pictures
Laufzeit: 120 Minuten
Kinostart: 3. März 2016

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