So früh wie möglich impfen – Welt-Sepsis-Tag 2025: Die Kleinsten bestmöglich schützen Gesundheit | 11.09.2025 | Marianne Ambs

Mutter und Sohn

Mit dem Welt-Sepsis-Tag am 13. September soll auf Ursachen, Präventionsmöglichkeiten und Therapien einer Sepsis (Blutvergiftung) aufmerksam gemacht werden. Oft ist diese die Folge einer Meningokokken-Erkrankung. Vor allem Babys und Kleinkinder sind betroffen. Eine frühzeitige Impfung schützt – und wird von der Krankenkasse übernommen.

Wird es draußen kühler, nehmen Krankheiten, die durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden, wieder zu. Auch Meningokokken-Erkrankungen, die zu einer Sepsis oder einer Meningitis (Hirnhautentzündung) führen können, gehören dazu. Das Risiko einer Infektion ist im ersten Lebensjahr am höchsten, da das Immunsystem bei Babys noch nicht vollständig ausgereift ist. Die Meningokokken-Erkrankungen kommen zwar selten vor, können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Nicht auszudenken, wenn das Baby oder Kleinkind durch Meningokokken schwer erkrankt. Gut, dass es eine Schutzimpfung gibt: Seit der STIKO-Empfehlung 2024 ist die Meningokokken-B-Impfung sogar eine Pflichtleistung aller Krankenkassen.

Schwere Folgen möglich

Etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung tragen Meningokokken ohne nachweisbare Symptome im Nasen-Rachen-Raum. Die Bakterien werden beim Niesen, Husten und Küssen übertragen. Oft beginnen Meningokokken-Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen, die sich schnell verschlimmern können. Dazu zählen Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Es kann zu einer Blutvergiftung oder zu einer Hirnhautentzündung kommen. Auch ein gleichzeitiges Auftreten beider Erkrankungen ist möglich. Septische Verläufe können zu Hauteinblutungen, Blutdruckabfall und zu Organversagen führen. In Deutschland verstirbt bei einer Blutvergiftung trotz intensivmedizinischer Behandlung etwa jede zehnte erkrankte Person. Auch wenn die Krankheit überwunden ist, leiden Betroffene oft ihr Leben lang an den möglichen Folgen, etwa Vernarbungen oder Haut- und Gewebezerstörungen. In Extremfällen können sogar Amputationen notwendig sein.

Impfungen können schützen

Die möglichen Folgen zeigen, wie wichtig Präventionsmaßnahmen sind. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Meningokokken-C-Impfung und die Meningokokken-B-Impfung standardmäßig für Babys und Kleinkinder. Die Impfungen sollten so früh wie möglich erfolgen. Eine Nachholimpfung gegen Meningokokken B wird bis zum 5. Geburtstag empfohlen, die Nachholimpfung gegen Meningokokken C sogar bis zum 18. Geburtstag.

Nach dem Abschluss regionaler Impfvereinbarungen müssen Eltern das Geld für die Impfung nicht mehr vorstrecken und die Rückerstattung der Kosten bei ihrer Krankenkasse beantragen. Die Impfung gegen Meningokokken B kann nun über die Versichertenkarte abgerechnet werden. Für Eltern und Kinderärzte ist das eine Erleichterung. Eltern, die das Beste für ihr Baby wollen, sollten Kinderarzt oder Kinderärztin auf die Meningokokken-Impfungen ansprechen und nach einer Empfehlung fragen. Frühzeitig geimpft ist ihr Kind vor einer schweren Meningokokken-Erkrankung optimal geschützt.

Info:
www.meningitis-bewegt.de

Foto: © GSK Meningitis Bewegt