Teuerstes Schulprojekt Freiburgs – 110-Millionen-Euro-Schule im Endspurt Immobilien | 05.09.2025 | David Pister
Baustellen-Rundgang: Schulleiter Martin Baumgarten, IMF-Projektleiterin
Stefanie Baur und IMF-Amtsleiter Ulrich Becht
Seit zehn Jahren leitet Martin Baumgarten die Staudinger-Gesamtschule. Damals sagte ihm die frühere Umwelt- und Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik, der Neubau der Haslacher Schule werde seine berufliche Lebensaufgabe. Jetzt biegt Freiburgs größtes Schulbauprojekt auf die Zielgerade ein. Zum Schulstart soll die Schule inklusive Stadtteilbibliothek und Jugendtreff fertig sein.
Beatsteaks, AC/DC, The Killers: Durch den zweiten Neubau der Staudinger-Gesamtschule dröhnt gitarrenlastiger Rock. Begleitmusik zum Endspurt. Wo gerade noch Kabel aus der Decke hängen, gepinselt und gesägt wird, soll im September der Gong ertönen und die Mensa Essen anbieten. Wenn möglich ohne Baustelle.
„Wir bibbern alle“, sagt Baubürgermeister Martin Haag, „aber es läuft richtig gut.“ Mit 110 Millionen Euro ist es das größte Schulbauprojekt der Stadt – inklusive Stadtteilbibliothek und Jugendtreff. Laut Baubürgermeister Martin Haag liege man „einigermaßen im Zeit- und Kostenplan“. Pro Schüler wurden 85.000 Euro investiert. Und das ist noch nicht der höchste Wert in Freiburg (siehe Tabelle unten).

Viel Holz und Licht: fertiger Neubau
Zum Schuljahresbeginn 2022 wurde der erste Bauabschnitt eingeweiht. Die Bauarbeiten für den zweiten konnten ein Jahr später im Frühjahr begonnen werden. „Unsere Staudi“, wie Umwelt- und Schulbürgermeisterin Christine Buchheit liebevoll sagt, „ist etwas ganz Besonderes. Laut Schulgesetz und im Herzen.“ Besonders ist auch das Prinzip der Jahrgangshäuser, in denen jeweils eine siebenzügige Klassenstufe Platz findet: sieben Klassenräume, ein mittiger Aufenthaltsbereich, ein Arbeitsraum für Lehrkräfte, ein Arbeitsraum für Schülerinnen und Schüler und ein Inklusionsraum.
Die „Magistrale“ verbindet die Jahrgangshäuser miteinander. Dort sind auch die Verwaltungsräume und die Ganztagesräume angegliedert. Im Erdgeschoss befindet sich die Mensa und die Selbstkochküche. Oder eher: soll sich dort bald befinden. „Der Küchentrakt ist das Kniffligste“, sagt Stefanie Baur vom städtischen Immobilienmanagement (IMF), die das Projekt leitet. Und es stimmt, es bedarf noch einiger Kreativität, sich einen Koch- und Essbereich vorzustellen. Derzeit sind von der künftigen Mensa nur Fliesen und Lüftungsschächte zu sehen.
Eigentlich sind Baustellen und Schulen keine guten Nachbarn. Lärm verträgt sich nicht gut mit Konzentration. Projektleiterin Baur erzählt aber, dass die gesamten Bauarbeiten von gegenseitigem Verständnis geprägt waren. Teilweise war die Baustelle nur zweieinhalb bis drei Meter vom genutzten Schulgebäude entfernt.

„Man kann viel planen, aber muss im Zuge der Abwicklung doch vieles umwerfen. Mit der Schulleitung konnten wir vieles auf dem kurzen Weg und unbürokratisch lösen“, sagt Baur. Da kommt mal ungeplant ein Baustellenfahrzeug oder die Schule muss kurzfristig einen Raum freimachen – all das sei unkompliziert abgelaufen. Auch Schulleiter Martin Baumgarten lobt die Zusammenarbeit.
Am 18. August soll die Schule in den zweiten Neubau umziehen. „Wir mussten insgesamt nur zweimal umziehen, das war sehr gut“, so Baumgarten. Im Oktober soll dann das letzte Bestandsgebäude abgerissen werden. Nach der Herstellung der Freianlage ist das Projekt nach heutiger Planung in knapp zwei Jahren vollständig beendet.
„Wir brauchen Glück, dass nichts Unerwartetes aufkommt oder falsch geliefert wird“, sagt Baur. Und: „Ein bisschen die Luft anhalten.“








