Buch-Tipp: Ein Haus für mich – Baustellen des Lebens Kultur | 03.06.2026 | Erika Weisser

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Christine Koschmieder ist 47, als sie zum ersten Mal ein Haus kauft. Nach 21 Umzügen in 33 Jahren, nach falschen Schlüssen und ebensolchen Beziehungen, nach unbeständigen, wenig lukrativen Berufstäigkeiten, nach einer jahrelangen, fast überwundenen Alkoholkrankheit und drei alleine großgezogenen Kindern hat sie ihre mühsam angesparten 21.000 Euro vom Bausparkonto gekratzt und in einem Dorf bei Dessau ein 160 Jahre altes Fischerhäuschen erstanden.

Ein sofortiger neuer Umzug ist damit nicht verbunden. Denn es muss saniert, ausgebaut, umgebaut und neu gestaltet werden, damit aus dem plötzlichen Eigentum ein eigener, ganz auf sie zugeschnittener Lebensort wird. Ein Ort, der ihr sowohl rechtlich als auch atmosphärisch gehört. Dass sie hierfür ein Vielfaches des Kaufpreises aufbringen muss, erkennt sie erst später.

Doch sie kämpft sich durch, baut mit Handwerkern und anderen Menschen neue Gemeinschaften auf, kauft sich ein Schlafsofa fürs Dachgeschoss, um andere Teile des Hauses vermieten zu können. Und sie macht sich Gedanken über die Baustellen ihres Lebens. Aber auch über den Zusammenhang von hohen Wohnkosten und leeren Kühlschränken. Und den möglicher­weise daraus resultierenden steigenden Zuwachsraten einer rechtsgedrehten Partei.

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Ein Haus für mich
von Christine Koschmieder
Verlag: Kanon, 2026
176 Seiten, gebunden
Preis: 22 Euro