Von CheckMe bis Stickin: Apps made in Freiburg STADTGEPLAUDER | 06.04.2016

Was wäre die Welt ohne Apps? Stinklangweilig wäre der Alltag ohne die nützlichen, verrückten, cleveren, manchmal total überflüssigen aber lustigen Mini-Programme. Die Anwendungsbereiche sind unglaublich vielfältig, ihre Zahl wächst täglich und hat die Millionengrenze längst überschritten. Es sind nicht nur die großen Konzerne, die ständig neue Programme entwickeln, auch in Südbaden haben kleine, kreative Softwareschmieden mitgemischt. Ein digitaler Streifzug von chilli-Volontärin Valérie Baumanns und Autorin Kathrin Eyer.
 

 
Connected
Noch nie war Kennenlernen einfacher
 
Ab in die City, einchecken und drauflos chatten. Mit der Freiburger App CheckME von Hakan Ay und Ibrahim Kurt ist es seit Anfang 2015 einfacher geworden, neue Leute in Freiburg kennenzulernen. Die App erleichtert die Kontaktaufnahme und motiviert, aktiv zu werden und rauszugehen. Über 50.000 Mitglieder chatten in Freiburger Cafés, Clubs und Restaurants was das Zeug hält und können seit diesem Januar auch in vielen Gastronomie-Betrieben kostenloses WLAN nutzen. Sobald du an einem Ort eincheckst, betrittst du den virtuellen Gesprächsraum und kannst sofort drauflos chatten.
 
Was? CheckME
Wann entwickelt? 2015
Wofür? für iOS und Android, gratis
Wer hat’s erfunden? CheckME GmbH
Wo? www.checkme.im
Wie viele User? ca. 50.000
 
 
Adieu Papierkram
Bonuspunkte digital sammeln
 
Die Ära der überfüllten Portemonnaies geht endlich zu Ende. Mit der Offenburger Stickin-App brauchst du an der Kasse deiner Lieblings-Stores nicht mehr nach Treuekarten und Bonusheften suchen. Denn die App sammelt digitale Bonus-Sticker und Treupunkte bei jedem Einkauf. Und das funktioniert so: Nach deinem Einkauf erhältst du einen Stickin-Coupon, den du mit deinem Smartphone scannst. Die Umgebungskarte der App zeigt, welche Geschäfte bereits dabei sind und digitale Treuepunkte verschenken. Auch Schnäppchenjäger kommen auf ihre Kosten, denn die App informiert gleichzeitig über Sonderangebote lokaler Geschäfte.
 
Was? Stickin – Deine Treue-App
Wann entwickelt? 2015
Wofür? für iOS und Android, gratis
Wer hat’s erfunden? Stickin AG
Wo? www.stickin.ag
Wie viele User? 250.000 Scans
 
 
Back on Track
Kreuzbandrissstudie auf dem Smartphone
 
Wann sollte sich wer, wie und wo operieren lassen? Wer es schon mal am Kreuzband hatte, hat sich vielleicht schon mit solchen Fragen herumgeschlagen. Die Freiburger Uniklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und das Institut für Mikrosystemtechnik an der hiesigen Uni haben weltweit die erste App entwickelt, die zum Thema Kreuzbandriss alle Daten sammelt, Fragebögen online verfügbar macht und direkt auswertet. Somit sollen in Zukunft großangelegte Studien möglich werden. In Kürze soll die App auch in vier Fremdsprachen erscheinen. Registrieren kann man sich einfach online, datenschutzrechtlich und ethisch ist die Sache von ganz oben abgesegnet. Also, wer sein Kreuzband der Forschung zugänglich machen will, runterladen.
 
Was? Back on track – Kreuzbandstudie
Wann entwickelt? 2015
Wofür? nur für iOS, gratis
Wer hat’s erfunden? Uniklinik und Uni Freiburg
Wo?https://itunes.apple.com/de/app/back-on-track-kreuzbandriss/id1016535765?mt=8
Wie viele User? k.A.
 
 
Raus in die Strauße
Die App zum Schlemmen
 
Im Spätsommer nippt ihr gerne an einem leckeren Gläschen Wein aus der Region und genießt badische Köstlichkeiten? Die BZ-Straußenführer-App zeigt euch im Handumdrehen, wo ihr die traditionellen Straußenwirtschaften im Raum Freiburg, Breisgau, Kaiserstuhl, Lörrach und der Ortenau findet. Die Freiburger App, die 2012 vom Badischen Verlag entwickelt wurde, lokalisiert euren Standort und sucht alle saisonalen Straußenwirtschaften in eurer Nähe. Außerdem liefert sie die Öffnungszeiten, Speisekarte und Entfernung. Habt ihr in einem Restaurant besonders gut geschlemmt, könnt ihr die Straußenwirtschaft eures Vertrauens auf eurer persönlichen Favoritenliste speichern. Einen Haken hat die App: Sie ist nicht für alle kostenlos.
 
Was? BZ-Straußenführer 2015
Wann entwickelt? 2012
Wofür? für iOS und Android
Für BZ-Abonnenten gratis, sonst 3,99 €
Wer hat’s erfunden? Badischer Verlag
Wo? www.bz-straussenfuehrer.de
Wie viele User? 5000 bis 10.000
 
 

 
Freiburg Stadtrundgang
Auf Entdeckungsreise durch die Freiburger Altstadt
 
Freiburg leben, lieben und hin und wieder neu entdecken. Die Freiburger Stadtrundgang-App von Norbert Preussner schenkt dir mit 18 Standorten in der Freiburger Altstadt einen umfangreichen Einblick in das historische Stadtgeschehen. Durch die Standort-Funktion der 2013 entwickelten App wird die Route frei gewählt und die 18 Stationen mit Beschreibungstext und Fotos individuell besucht. Der virtuelle Stadtrundgang verpackt alles Wissenswerte über die Altstadt und ist auch ein Nice-To-Have für Touristen.
 
Was? Freiburger Stadtrundgang
Wann entwickelt? 2013
Wofür? für iOS und Android, gratis
Wer hat’s erfunden? Norbert Preussner
Wo? stadtfuehrung-freiburg-app.de
Wie viele User? 1000–5000
 
 
A42 Wege ins Strandbad
Der kleine ÖPNV-Wegweiser
 
VAG – schon wieder ist der Bus abgefahren? Für alle, die sich schnell im badischen ÖPNV-Dschungel verirren, gibt es die VAG-App, die einen schnell und sicher ans Ziel führen will. Hat man seine GPS-Funktion aktiviert, schlägt die App einem die nächstgelegene Bushaltestelle vor. Oder man sucht sich eine Haltestelle in der Nähe seiner Zieladresse. Nicht ganz gelungen: Die App hat auch noch andere Verbundsysteme gespeichert und schlägt einem bei der Suche nach Strandbad erst mal 42 verschiedene Treffer vor. Gut: Ein Ticket lässt sich gleich noch mitkaufen.
 
Was? VAG-mobile
Wann entwickelt? 2012
Wofür? für Andriod und iOS, gratis
Wer hat’s erfunden? Menzt Datenverarbeitung Gmbh
Wo? www.vag-freiburg.de
Wie viele User? 50.000 Downloads (für Android)
 
 
Bespaßung im Nahkreis
Heidi 2.0 – Heute schon gejodelt?
 
Blöde Sprüche klopfen im Hörsaal ist beliebt wie eh und je, nur geht das jetzt auch anonym – und der ganze Campus bekommt es mit. Einfach einen schlauen Post absetzen und dank Ortserkennung alle App-Nutzer im Umkreis von 200 Metern bespaßen. Kommt der Spruch gut an, wird er hochgevotet, ist es ein Flopp, fliegt er raus. Bereits 100.000 Nutzer sind dabei, in vier Ländern. Völlig anonym eine ideale Plattform für solche, die sich gerne Geistreiches ausdenken, schmunzeln oder wissen wollen, was an der eigenen Uni abgeht. Bei manchen Sprüchen hat man Sorge um die Zukunft des Landes der Dichter und Denker, über andere redet man noch Tage später. „Ich schlage einen neuen Begriff für Wutbürger vor: die Sauercrowd.“
 
Was? Jodel-App
Wann entwickelt? 2015
Wofür? Für iOS und Android, gratis
Wer hat’s erfunden? The Jodel Venture GmbH, Berlin
Wo? www.jodel-app.com
Wie viele User? über 500.000
 
Fotos: © clipdealer.de