Geschmackspolizei: Der Sounddreck … zu Tirol vs. Down Under 4Musik | 03.03.2026 | Ralf Welteroth

Geschmackspolizei

Die Freiburger Geschmackspolizei ermittelt schon seit 20 Jahren gegen Geschmacksverbrechen, vor allem in der Musik. Für die cultur.zeit verhaftet Kommissar Ralf Welteroth fragwürdige Werke von Künstlern, die das geschmackliche Sicherheitsgefühl der Bevölkerung empfindlich beeinträchtigen.

DJ Ötzi, Österreichs Allzweckwaffe für psychologische Kriegsführung in Form von Après-Ballermann-Heimatunrühmlichkeiten, ist mit einem seiner älteren Machwerke unfreiwillig zwischen die Fronten und in die Schlagzeilen geraten. Was ist passiert? Seine „Tirol“-Hymne von 2013

„I kimm ausm landl tirol, de berg so hoch und tiaf es tal

i vermiss mei dahoam olle mol mei hoamatlaund mei hoamatlaund tirol“

dummdreist auf die Melodie von Men at Works 80er-Jahre-Hit „Down Under“ vertont, wird neuerdings von zwielichtigen Internetfreaks als Projektionsfläche und Soundtrack/Saunddreck für deren wirre und in Teilen auch rechtslastigen Verschwörungstheorien verwendet – unlustig.

Gerhard Friedle, Tarnname DJ Ötzi, kann da erst einmal nichts dafür, für sein Oeuvre aber schon. Was er nun aber machen könnte und wozu wir ihm mit Nachdruck auch raten: sich distanzieren. Am besten gleich von allem, was er in der Vergangenheit so fabriziert hat. Auch davon zum Beispiel:

„Ich bin so schön, ich bin so toll. Ich bin der Anton aus Tirol.

Meine gigaschlanken Wadln san a Wahnsinn für die Madln.“

Das könnte sich unter Umständen strafmildernd auswirken, zumindest in Australien – aber Tirol wird ihn mit Sicherheit nicht ausliefern.

From ä Länd ziemlich down under grüßt
Ihre Geschmackspolizei