Frischer Wind am Blauen – Romantikhotel & Restaurant Zur Sonne Restaurants | 23.08.2025 | Marianne Ambs
Seit einem Jahr führen Catinka und Tom Birks das traditionsreiche Romantikhotel und Restaurant „Zur Sonne“ in Badenweiler – das älteste Gasthaus im Markgräflerland, dessen Geschichte bis ins Jahr 1641 zurückreicht.
Er, gebürtiger Engländer, und sie, verwurzelt im Markgräflerland und in Südafrika, vereinen unterschiedliche Kulturen und kulinarische Einflüsse zu einer weltoffenen, herzlichen Gastlichkeit mitten im Kurort.

Lebensprojekt: Catinka und Tom Birks bringen frischen Wind in die „Sonne“.
Badenweiler bietet alles, was Erholungssuchende sich wünschen: entspannte Ruhe, eine vielfältige Landschaft am Fuß des Blauen, eingebettet zwischen Wäldern und Weinbergen, und eine vielseitige Gastronomie. Hochklassige Restaurants und Hotels prägen den Kurort seit jeher – eines davon ist das Romantikhotel Zur Sonne. Das Fachwerkensemble liegt zentral und doch ruhig mitten im Herzen des Ortes. Nur wenige Schritte trennen es von der Luisenstraße mit Geschäften und Cafés, auch zur Cassiopeia-Therme ist es nicht weit.

Hier weht seit dem vergangenen Jahr ein frischer Wind: Das Ehepaar Birks hat das Romantikhotel mit Restaurant übernommen. Am 1. Juli 2024 fiel der Startschuss für ihr gemeinsames „Lebensprojekt“. „Wir hängen unser ganzes Herz hier rein“, sagt Catinka Birks. Entspannt sitzt sie in der modern eingerichteten Lounge, während am Empfang nebenan Gäste einchecken. Zwei ältere Damen verabschieden sich gerade, bedanken sich herzlich für den angenehmen Aufenthalt. Catinka Birks ist immer mittendrin: Sie steht am Empfang, arbeitet in ihrem kleinen Büro die Korrespondenz ab, bringt einer Dame auf der Terrasse einen Kaffee und hilft in der Küche. Persönliche Gastfreundschaft und gelebte Herzlichkeit – das macht die Atmosphäre in der „Sonne“ aus.
Kochbuchsammlung zum Schmökern
Im Loungebereich steht ein alter Flügel, ein Erbe des Vor-Vor-Besitzers, einem Liebhaber klassischer Musik. Heute wird auf dem Instrument nur noch selten gespielt, doch die Birks nutzen es auf besondere Weise: Sie präsentieren dort ihre liebevoll zusammengestellte Kochbuchsammlung. Natürlich darf auch geblättert werden. „Wir räumen immer mal wieder um“, erzählt Catinka Birks und zieht einen Jubiläumsband von Sally Clarke hervor, einer Pionierin der modernen britischen Küche. In ihrem berühmten Restaurant in der Londoner Kensington Church Street hat Catinka Birks wertvolle Erfahrungen gesammelt: „Die Arbeit dort hat mich geprägt.“
Catinka Birks ist, genauso wie ihr Mann Tom, ausgebildete Köchin. Kennengelernt haben sie sich an der renommierten Kochschule „Le Cordon Bleu“ in London – einer der weltweit führenden Institutionen für gehobene Kochkunst. Tom Birks unterrichtete dort, Catinka war Schülerin. Nach Wanderjahren in England kehrte Catinka Birks mit ihrem Mann zurück in ihre Heimat, das Markgräflerland. Die „Sonne“ in Badenweiler kennt sie aus Kindertagen, denn die Oma wohnte gegenüber.
Bereits 2020 besichtigten die Birks das Haus – doch ihr erster gemeinsamer Schritt in die Gastronomie führte sie in die „Taberna“ in Müllheim. Dort machten sie sich schnell mit ihrer feinen Küche einen Namen. „Es war unser Startprojekt. Wir wollten schauen, ob es funktioniert“, erzählt Catinka Birks. Gleichzeitig suchten sie nach einem eigenen Haus. „Etwas kleines, ein Restaurant, vielleicht zehn Zimmer“, beschreibt sie ihre Vorstellungen. 35 Gästezimmer, ein Restaurant mit 40 Plätzen und weitere Gasträume bietet die „Sonne“. Alles ein wenig größer … Deshalb dauerte es etwas, bis die Entscheidung getroffen wurde. „Hier gibt es großes Potenzial. Und wir haben viele Ideen“, erklärt die Gastronomin, warum 2024 die Wahl auf Badenweiler fiel.

„Casual Fine Dining“
In Müllheim wurden die Birks vermisst – viele Stammgäste bedauerten ihren Abschied. Doch sie sind ihnen nach Badenweiler gefolgt und genießen weiterhin die unaufgeregte Küche auf höchstem Niveau. „Casual Fine Dining“ nennen Catinka und Tom Birks ihren Stil – eine Verbindung aus handwerklicher Präzision und kreativem Können. Ihre moderne europäische Küche basiert auf saisonalen Zutaten aus der Region und ist zugleich inspiriert von den südasiatischen Einflüssen, die sie in England und Südafrika kennengelernt haben.
Die Menükarte für den Abend ändert sich wöchentlich, manchmal auch mitten in der Woche. „Das hängt ganz davon ab, welchen Fisch wir bekommen und was unser Metzger zu bieten hat“, erklärt Catinka Birks. Dabei legen sie großen Wert auf nachhaltigen Einkauf. „Aber wir sind eben weit weg vom Meer.“ Dennoch kommt frischer Fisch regelmäßig vom Großmarkt in Paris auf die Teller. Die Gäste können zwischen einem Drei-, Vier- oder Fünf-Gang-Menü wählen, das auf Wunsch mit Käse aus der Region seinen Abschluss findet. Pro Gang stehen jeweils drei bis vier Gerichte zur Wahl, stets ist auch eine vegetarische Variante dabei.

Tom Birks zaubert den Hauptgang, seine Frau Catinka die kreativen Desserts.

In der Küche arbeiten die Birks gemeinsam. „Da gibt es keine Reibereien, wir ergänzen uns gut“, sagt Catinka Birks. Ihr Steckenpferd ist die Patisserie: Desserts, Kuchen und Eisvariationen – „das kann ich gut schon am Vormittag vorbereiten“. So bleibt ihr abends mehr Zeit für den direkten Kontakt mit den Gästen und den Service. Währenddessen übernimmt ihr Mann die Chefrolle in der Küche und verantwortet die Haupt- und Zwischengänge.
„Like home, only better“ lautet das Motto des Hauses. Die Anglizismen sind kein modisches Statement, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls. „Multikulti in Badenweiler“ sei das „Sonne“-Team, sagt Catinka Birks. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Mongolei, aus Georgien und anderen Ländern bringen Vielfalt und Persönlichkeit ins Haus.
Ihre Liebe zu Südafrika hat die Birks zu der ungewöhnlichen Weinkarte inspiriert. Dort stehen Markgräfler Gewächse aus Schliengen, Betberg, Laufen oder Mauchen neben einer Cuvée vom Weingut Rall in Swartland oder einem Shiraz vom Weingut Savage in Stellenbosch. Vor allem kleine, feine Weingüter aus Südafrika haben es den Birks angetan. „Wenn wir dort sind, besuchen wir die Weingüter persönlich und schauen, was es Neues gibt“, so Catinka Birks. „Viele unserer Gäste verbinden die Weine aus Südafrika mit einer Erinnerung an einen wunderbaren Urlaub.“
Info
Zur Sonne Romantikhotel und Restaurant
Moltkestraße 4, 79410 Badenweiler
Tel.: 07632/75080
www.zur-sonne.de
Öffnungszeiten:
Frühstück: Mo.–Fr. 7–10 Uhr,
Sa. & So. 7–11 Uhr
Lunch: Di.–Sa. 12–17 Uhr
Restaurant: Di.–Sa. 18–23 Uhr
(letzte Bestellung 20.30 Uhr)
Rezept des Monats
Vom Restaurant Zur Sonne

Kirsch-Vanille- & Pistazien-Tartelette
Wir verabschieden uns von einem großartigen Sommer mit unserem Kirschdessert.
Frische Kirschen aus dem Markgräflerland haben unsere Küche im Juli & August bereichert.
Dank unserer wunderbaren Obststände auf dem Müllheimer-Markt.
Rezept für 6 Personen:
1 kg Kirschen– waschen und bis auf 6 Stück halbieren und entkernen.
750 g einkochen für Sorbet- & Gelee-Basis.
In einem großen Topf 150g Zucker zu einem dunklen Karamell aufkochen, mit Zitronensaft und Kirschwasser ablöschen. Kirschen mit Zitronenschale und einem Sternanis dazugeben. Ca. 20 min köchellassen, in einem Mixer (Sternanis und Zitronenschalen zuvor entfernen) pürieren und durch ein Sieb streichen.
Für das Kirschsorbet:
500 g Kirschpüree
75 g Glukosesirup
100 ml Wasser
25 ml Kirschwasser
Wasser, Kirschwasser und Glukosesirup aufkochen. Mit dem Kirschpüree vermengen und abkühlen lassen. In einer Eismaschine zu einem cremigen Sorbet frosten. (keine Eismaschine – kein Problem 6 Stunden in den Tiefkühler und alle 30 min umrühren.
Für das Kirschkompott:
250 Kirschen
50 g Zucker
1 Zitrone Saft & Schale
Sternanis
100 ml Johannisbeersaft
1 TL Mondamin
Kirschwasser
In einem Topf Zucker zu einem dunklen Karamell aufkochen, mit Zitronensaft und Johannisbeersaft ablöschen. Mondamin mit Kirschwasser anrühren mit Kirschen, Zitronenschale und einem Sternanis in die Saft-Karamell- Mischung geben und kurz aufkochen lassen. Auf einem Blech abkühlen lassen.
Für das Kirschgelee:
250 g Kirschpüree
2 Blätter Gelatine oder Agar-Agar
Gelatine im Eisbad aufweichen. Kirschpüree erhitzen und Gelatine unterrühren. Auf einem Blech im Kühlschrank auskühlen – im Mixer zu einem schönen Gelee vermengen.
Für die Vanillecreme:
250 ml Milch
1 Vanilleschote
50 g Zucker
3 Eigelb
10 g Mehl
10 g Mondamin
Milch und Vanille in einem Topf zum Kochen bringen und vom Herd nehmen, sobald die Mischung kocht. Etwas ziehen lassen.
Zucker, Eigelb und Mehl gut verrühren.
Ein Drittel der erwärmten Milch über die Eiermischung gießen und kräftig verrühren, bis eine glatte, gut vermischte Masse entsteht. Die Eiermischung mit der Milch in den Topf geben und bei mittlerer Hitze weiterrühren.
Die Masse eindicken lassen. Dabei darauf achten, dass sie nicht am Topfboden anbrennt. Weiterrühren, bis die Masse glatt, dickflüssig und glänzend wird. Weitere zwei Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.
Die Crème in eine Schüssel geben und mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Abkühlen lassen und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.
Für das Brikteig Tartelette:
1 Packung Brikteig
12 kleine Tarte-Formen
Butter (geschmolzen)
Puderzucker
Brickteig in Form schneiden. Pro Förmchen 2 Lagen Brickteig mit Butter und Puderzucker bestreichen, „zusammenkleben“ und mit Hilfe einer weiteren Form in die Tart-Form Drücken.
170°C 7 Minuten bis Gold-Braun.
Pistazien:
Eine gute Hand voll Pistazien mit Rapsöl, Puderzucker & Meersalz vermengen – bei 160°C 9 Minuten rösten. Abkühlen & fein hacken.
Zum Anrichten:
Kirschgelee auf den Teller geben, Tartelett mit Vanillecreme und Kirschkompott füllen mit einer Nocke Sorbet und Pistazien Toppen und dem ganzen mit einer der übrigen Kirschen das Krönchen aufsetzen.
Ein geschmacklicher und optischer Hingucker
Viel Spaß
Catinka Birks mit dem Sonne-Team









