Schwein sollte man haben – Metzgerei Reichenbach Schlemmen & Sürpfeln | 22.03.2026 | Reinhold Wagner

Schweine

Der Schwarzwälder Schinken ist eine Spezialität der Metzgerei ­Reichenbach – und ein Steckenpferd von Geschäftsführer Ulrich Reichenbach. Die Ferkel stammen vom Bodensee und wachsen im ersten „Schweine-Hotel“ Süddeutschlands zu Kräuterschweinen ­heran. Ob Fleisch, Wurst oder der vielfach ausgezeichnete ­Schwarzwälder Schinken: Verkauft wird nur in den Verkaufsstellen der Metzgerei ­Reichenbach, nicht im Lebensmittelhandel oder im Discounter.

„Unsere Ferkel kommen immer vom selben Erzeuger am Bodensee“, erklärt Ulrich Reichenbach. Es sind Kreuzungen aus Duroc und dem alten Deutschen Landschwein. Beides sind robuste, langsam wachsende Rassen, die eine längere Mastzeit brauchen. Das Fleisch ist schmackhaft, fett-marmoriert und von fester Konsistenz. Seit fast 15 Jahren werden die Ferkel in Buggingen im Markgräflerland von der Familie Engler aufgezogen. Alle drei Wochen ziehen rund 280 junge Ferkel in die Ställe ein. Gefüttert werden sie ausschließlich mit hof­eigenem Getreide und Ackerfutter. „Zusätzlich erhalten sie eine Kräutermischung, die wir selbst mit einer befreundeten Gewürzmühle entwickelt haben“, erzählt Ulrich Reichenbach. „Die Tiere sind widerstandsfähiger und das Fleisch entwickelt einen einzigartigen Geschmack.“ Das „Schwarzwälder Kräuterschwein“, wie es Ulrich Reichenbach nennt, macht seinem Namen alle Ehre.

Während ein Großteil des im Lebensmitteleinzelhandel angebotenen Schweinefleischs längst nicht mehr aus Deutschland stammt, sondern allenfalls regional weiterverarbeitet wird, setzt die Metzgerei Reichenbach konsequent auf Regionalität und Transparenz: Vom Futter über die Aufzucht bis zur Schlachtung und Verarbeitung im eigenen EU-Betrieb im Glottertal bleibt alles in einer Hand.

Konsequent regional und transparent

Mit dem Bau des ersten „Schweine-­Hotels“ Süddeutschlands wurde zudem vor fünf Jahren auf dem Engler-Hof in Buggingen ein neuer Maßstab in Sachen Tierwohl gesetzt. „Der Tierwohl-Stall wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim entwickelt und erfüllt die höchsten Tierwohlstandards“, schwärmt Ulrich Reichenbach. Auch die bestehenden Stallungen wurden umgebaut, sodass alle Schweine auf Stroh stehen, Zugang zum Außenklima haben und mehr Platz sowie Beschäftigungsmöglichkeiten genießen. Dank der geschlossenen Einheit von Ferkelzucht und Aufzucht gelangen keine fremden Keime in die Bestände, prophylaktische Antibiotikagaben sind daher nicht notwendig.

Das Schwarzwälder Kräuterschwein wächst langsamer als konventionelle „Turbo“-Schweine und ist bei der Schlachtung fast zwei Monate älter – ein weiterer Qualitätsfaktor. Ergänzend bezieht die Metzgerei noch Schweine von zwei Landwirten aus der Ortenau und dem Markgräflerland. Wöchentlich werden im Glottertal etwa 100 bis 120 Schweine geschlachtet.

„Schwarzwälder Schinken ist unser Steckenpferd“, sagt Ulrich Reichenbach. Mild gepökelt und über Tannenholz geräuchert – nach überliefertem Verfahren wie vor Jahrhunderten – ist er ein Genusswerk, das seinesgleichen sucht. Und noch etwas hebt ihn ab: „Das Fleisch für unseren Schwarzwälder Schinken kommt vollständig aus dem Schwarzwald, was heute eine Seltenheit ist“, betont Reichenbach.

Oberstes Prinzip bei der Metzgerei Reichenbach ist die Ganztierverwertung. Nach dem Motto: „Geht es dem Tier gut, geht es uns gut“ wird jedes Teil sorgfältig verarbeitet – aus Überzeugung und aus Respekt vor dem Tier.

Info

Metzgerei Reichenbach

In den Engematten 9
79286 Glottertal
Tel.: 07684/240

metzgerei-reichenbach.de

Fotos: © Reinhold Wagner