Bewahren & Bewegen – Gasthaus Löwen Waldkirch-Buchholz Restaurants | 23.07.2026 | Marianne Ambs
Christian und
Veronika Dages
haben das Landgasthaus der Eltern weiterentwickelt.
Familiär und modern, heimatverbunden und weltoffen, bodenständig und kunstaffin – das Gasthaus Löwen in Buchholz ist ein Haus mit vielen Facetten. Christian Dages und seine Frau Veronika haben Restaurant und Hotel neu aufgestellt. Am 16. April 2016 haben sie das Familienunternehmen von seinen Eltern übernommen und feiern dieses Jahr ein kleines, aber bedeutendes Jubiläum.
Aus dem geschäftigen Freiburg sind es nur wenige Minuten ins beschauliche Buchholz. Rebhänge, Obstwiesen und Felder prägen hier das Bild. Die Ruhe des kleinen Orts wirkt wohltuend entschleunigend. Obwohl abseits der großen Verkehrswege, liegt das Dorf zentral: Freiburg, Emmendingen, Waldkirch und der Schwarzwald sind schnell erreichbar, ein Bahnhof bindet den Ort direkt an das regionale Schienennetz an.

Mitten im Dorf liegt das Gasthaus Löwen von Christian und Veronika Dages. Aus dem einstigen Dorfgasthaus hat das Paar ein modernes Unternehmen mit Restaurant und Hotelbetrieb gemacht. Blitzsauber und aufgeräumt der Eingangsbereich, bodenständig die Gaststube im Altbau, klar strukturiert der zweite Gastraum. Nebenan haben Christian und Veronika Dages den ehemaligen Buchholzer Kindergarten zu einem Business-Hotel mit Wellnessbereich umgebaut.
Seit über 350 Jahren in Familienbesitz
Herzstück des Löwen ist das Restaurant mit insgesamt 240 Sitzplätzen in den Gasträumen und auf der Gartenterrasse. Restaurant und Hotel strahlen gleichermaßen Professionalität und Gastlichkeit aus. Das ist nicht verwunderlich, denn Christian und Veronika Dages haben internationale Erfahrungen gesammelt, bevor sie nach Buchholz zurückgekehrt sind, arbeiteten in renommierten Häusern im In- und Ausland. Für den Hausherrn und Küchenchef ist Buchholz Heimat. Er ist hier aufgewachsen. Seine Frau Veronika stammt aus Südtirol und hat Sprachen studiert. Mit ihrem Mann den Familienbetrieb zu übernehmen war für sie keine einfache, aber eine bewusste Entscheidung. Es war die Richtige: „Unser Betrieb ist so vielseitig und die Aufgaben abwechslungsreich. Im Löwen wird es nie langweilig.“

Bistro-Stil im neu renovierten Gastraum
Schon vor 350 Jahren wurde das Gasthaus Löwen von Christian Dages Vorfahren bewirtschaftet. Über Generationen hinweg war der Betrieb ein typischer Landgasthof, zu dem auch Weinbau und Landwirtschaft gehörten. Die Großeltern des heutigen Chefs führten die Gaststube noch im Nebenerwerb. Erst die Eltern von Christian Dages, Elisabeth und Edgar, konzentrierten sich vollständig auf den gastronomischen Betrieb.
Wirtshausflair trifft Kunstgenuss
Noch keine 30 Jahre alt war Christian Dages, als er 2016 die Verantwortung für das Familienunternehmen übernahm. Mit viel Engagement, unternehmerischem Mut und klaren Vorstellungen hat er den traditionellen Landgasthof seiner Eltern konsequent weiterentwickelt. Das gastronomische Konzept folgt der Idee eines „Gasthauses 2.0“. Gemeint ist eine Küche, die die Tradition der badischen Wirtshauskultur respektiert und zugleich offen für neue Einflüsse bleibt.
Dieses Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in den vor drei Jahren modernisierten Gasträumen wider: In der historischen Gaststube sitzen die Gäste auf Eckbänken und rustikalen Holzstühlen. Die Tische sind fein eingedeckt, historische Fotografien hängen an den Wänden. Die Gaststube 2.0 kommt ohne Tischdecken aus, der Gast nimmt auf gemütlichen Polsterstühlen Platz. Dennoch ist die Verbundenheit zur Heimat auch hier allgegenwärtig: Neben den quietschgrünen und rosa Dürerhasen von Ottmar Hörl hängen die Trachtenporträts von Sebastian Wehrle, an der Wand Tapeten mit Motiven von alten Buchholzer Postkarten. „Wir nehmen unsere Gäste ernst“, erklärt Christian Dages diesen Zweiklang. Während die einen die traditionelle Gaststube bevorzugen, fühlen sich andere im ungezwungenen Bistro-Ambiente besonders wohl.

Heimatflair in der alten Gaststube
Christian Dages hat den Wunsch der Eltern, irgendwann den Familienbetrieb zu übernehmen, nie grundsätzlich infrage gestellt. Nach seiner Kochlehre im Glottertal waren das „Colombi“ in Freiburg, das Restaurant „Zum schwarzen Kameel“ in Wien und „Jörg Müller“ auf Sylt seine Stationen. Bevor er 2013 nach Buchholz zurückkehrte, arbeitete er als stellvertretender Küchenchef im Szene-Restaurant „foodsociety“ in Sydney. Parallel absolvierte er im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Münchner Firma Kofler & Kompanie Catering ein Studium zum Hotelbetriebswirt in Heidelberg.
Von Buchholz nach Australien und zurück
Deutsche Gasthausküche nennt Christian Dages seine Mischung aus traditionellen Rezepten und moderner Kulinarik. Die Basis bilden badische Klassiker, die er gemeinsam mit seinem Team zeitgemäß interpretiert und mit kreativen Elementen ergänzt. Hinzu kommen Einflüsse aus dem mediterranen Raum sowie international inspirierte vegetarische und vegane Gerichte. Schon bei den Vorspeisen wird die Vielfalt deutlich: Hier steht eine Flädlesuppe neben Burrata auf Tomaten-Paprika-Chutney, mit Rucola-Salat, Kräuteröl und Pinienkernen. Der Hirsch-Burger wird mit mariniertem Rotkohl, Preiselbeeren, Zwiebeln, Trüffel-Mayonnaise und Pommes frites serviert. Für den fleischlosen Genuss gibt es Dreierlei Knödel mit Waldpilzen à la crème mit Trüffel, konfierten Tomaten, Basilikum-Pesto und Parmesan – eine kulinarische Reminiszenz an die Südtiroler Heimat der Hausherrin. Heimatgefühle wecken bei Veronika Dages auch die Südtiroler Weine auf der Karte. Ansonsten konzentriert sich der Löwen auf Buchholzer Weine und besondere Tropfen aus dem Breisgau und vom Kaiserstuhl. „Warum sollen wir ins Ausland gehen, wenn wir hier vor der Haustür wunderbare Weine haben“, so bringt Christian Dages die Philosophie des Hauses auf den Punkt.
Eigentlich läuft alles rund im vielseitigen Familienunternehmen. Das Hotel ist meist ausgebucht. Auch im Restaurant empfiehlt es sich, frühzeitig zu reservieren. „Nach zehn Jahren stehen wir sehr gut da“, freuen sich Christian und Veronika Dages. Zeit, sich auf der erfolgreichen Entwicklung auszuruhen? Für Christian Dages keine Option: „Wir haben noch viele Ideen, die wir angehen wollen.“
INFO
Gasthaus Löwen
Schwarzwaldstraße 34
79183 Waldkirch-Buchholz
Tel.: 0 76 81 / 98 68
Öffnungszeiten Restaurant:
Do., Fr. & Sa. 11.45–14.45 Uhr
Mo.–Sa. 17–22.30 Uhr
www.loewen-buchholz.com
Rezept des Monats
Vom Gasthaus Löwen

Lammhäxle à la Löwen
Für 4 Personen
4 Lammhaxen (je ca. 350–450 g)
2 EL Olivenöl
2 Zwiebeln, grob gewürfelt
2 Karotten, gewürfelt
2 Stangen Sellerie, gewürfelt
4 Knoblauchzehen, leicht angedrückt
2 EL Tomatenmark
300 ml trockener Rotwein
500 ml Lamm-, Rinder- oder Gemüsefond
2 Zweige Rosmarin
3 Zweige Thymian
2 Lorbeerblätter
Salz und schwarzer Pfeffer
Lammhaxen trocken tupfen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.Öl in einem großen Schmortopf erhitzen, Haxen rundherum kräftig anbraten, bis sie schön gebräunt sind, dann herausnehmen.
Zwiebeln, Karotten und Sellerie im selben Topf 5–7 Minuten anrösten, Knoblauch und Tomatenmark zugeben und etwa 1 Minute mitrösten, mit dem Rotwein ablöschen, etwa die Hälfte einkochen lassen.
Fond, Kräuter und Lorbeer dazugeben, Haxen zurück in den Topf legen. Die Flüssigkeit sollte etwa bis zur Hälfte der Haxen reichen. Mit Deckel bei 160 °C Ober-/Unterhitze ca. 2½–3 Stunden im Ofen schmoren lassen.
Haxen herausnehmen und warm halten. Sauce durch ein Sieb passieren oder aber auch rustikal lassen, nach Wunsch etwas einkochen und abschmecken.
Wir servieren das Häxle am liebsten mit Kartoffelgratin von frischen Forchheimer Kartoffeln oder Polenta aus Norditalien. Dazu passt hervorragend ein kräftiger Buchholzer Spätburgunder.









