»24 Stunden rein & raus«: Bewerbungstart für Proberaum-Module im Eschholzpark Musik | 09.10.2025 | Till Neumann
Hier sollen sie bald stehen: der Eschholzpark bekommt Proberaummodule.
Sound neben dem roten Schlauch: Im Freiburger Eschholzpark sollen ab Mai 16 Proberaumcontainer bespielt werden. Wer kann da rein? Wie läuft das vor Ort? Was kostet’s? Franck Mitaine (60) und Daniel Wurzer (42) vom Verein Multicore berichten, was geplant ist. Ihr Verein wird den Proberaumpark betreiben. Bewerbungen sind bis Anfang April möglich.

Betreiben den Musikpark: Franck Mitaine (links) und Daniel Wurzer vom Verein Multicore.
„Sieben Proberäume“
Seit kurzem stehen die Container im Eschholzpark: Ab Mai soll dort auf zwei Etagen geprobt werden. Die Stadtverwaltung installiert 16 sogenannte Proberaummodule für rund 1,6 Millionen Euro. Mitaine und Wurzer von Multicore schmieden bereits Pläne für den kleinen Musikpark im Park mit dem roten Schlauch nahe der City.
„Da kommen acht Doppelcontainer, es werden sieben Proberäume entstehen mit je 36 Quadratmetern“, sagt Mitaine. Ein weiterer Raum wird für spontane Proben oder Workshops freigehalten. Zum Beispiel, wenn Bands auf Durchreise sind und vor einer Show dort üben wollen.

Bald Musik-Hotspot: Der Eschholzpark bekommt ab April Proberaumcontainer. So soll es aussehen.
Bis zu 150 Euro im Monat
Bewerben können sich Acts für die sieben Räume derzeit bei Multicore und dem städtischen Kulturamt. Für 150 Euro im Monat bekommen sie dann einen Platz, wenn sich drei Acts den Raum teilen. 115 Euro sind es bei vier Acts. Wer den Zuschlag bekommt, das entscheidet ein Gremium. Es besteht aus je einem Menschen von Multicore, dem Kulturamt und der Musikszene.
Bewerbungen laufen über ein städtisches Portal hier. Die Auswahlkritierien: „Wir legen Wert auf musikalische Aktivität, Nachwuchsförderung und Professionalisierung, kulturelle Vielfalt, Diversität, Inklusivität und Chancengleichheit für unterrepräsentierte Gruppen. Außerdem muss mindestens ein Bandmitglied seinen Wohnsitz in Freiburg haben.“ Die Maße der Räume: Zirka 5,70 Meter × 6,30 Meter, heißt es bei Multicore. Macht 36,40 Quadratmeter pro Raum.
Der Bedarf ist groß. „Ich schätze, 120 Bands suchen einen Raum in Freiburg“, sagt Mitaine. Rund 30 könnten bei ihnen Platz finden, wenn sich vier Bands einen Container teilen. „Man kann 24 Stunden lang hier rein und raus“, erklärt Wurzer. Dafür gibt es ein Transpondersystem.
„Kleines Labor“
Wichtig ist ihnen, Bands zu fördern, die was vorhaben. „Wir wollen Professionalisierung in die Bude bringen“, betont Mitaine. Genres und Backgrounds sollen gemischt werden, ein gesunder Mix entstehen. Schallisolierung und technische Grundausrüstung werden vor Ort gegeben sein: Gitarrenamp, Bassamp, Schlagzeug und Mikrofone sind in den Räumen vorhanden.
Der Park soll sich zur Musik-Anlaufstelle entwickeln. Multicore wird ein Büro dort haben, Technik verleihen und auf der Eschholzparkbühne Konzertformate testen. „Das wird ein kleines Labor mit direktem Kontakt zu den Musiker·innen“, sagt Mitaine. Ein Sharing-Raum dient zur Tagesnutzung für kleinere Projekte, DIY-Aufnahmen und Workshops auf kurzfristiger Basis.
„Fernziel Schönauer Straße“

Grund zum Feiern: Der Verein Multicore öffnet seine neuen Büroräume an der Bismarckallee 22
Sein Verein plant mit einem Budget von 40.000 Euro im Jahr. Er wird die Räume vom Rathaus mieten und an Bands untervermieten. „So können wir einen günstigen Preis anbieten“, erklärt er. Das Team hat derzeit ohnehin Grund zur Freude: Neuerdings gibt’s wieder ein festes Büro. Es ist in der Bismarckallee 22 und wurde Mitte März feierlich eingeweiht. Dort bietet Multicore unter anderem Beratungen für Musiker·innen an.
Beim Eschholzpark soll’s nicht bleiben: Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie für eine Musikzentrale an der Schönauer Straße. Multicore wünscht sich, dass dort ein zusätzliches Areal entsteht mit weiteren Proberäumen und Musikinfrastruktur. Seit acht Jahren kämpfen die Vereinsmitglieder dafür. Trotz Rückschlägen für Standorte am Güterbahnhof und an der Karlsruher Straße (wir berichteten) haben sie die Vision einer großen Lösung nicht aufgegeben: „Es braucht 30 bis 40 Proberäume in Freiburg, die Schönauer Straße bleibt das Fernziel.“
Unendliche Geschichte: Seit Jahren warten Bands auf eine Lösung für den Proberaum-Mangel









